Erstellt am 24. September 2014, 14:15

"3" startet flächendeckendes LTE-Netz. Der Mobilfunker "3" baut sein LTE-Netz für schnelles Internet in den kommenden Monaten deutlich aus. Morgen wird das nach eigenen Angaben größte LTE-Netz mit 1.300 Sendestationen im Großraum Wien - von St. Pölten bis Gänserndorf, von Hollabrunn bis Neunkirchen - in Betrieb genommen.

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Bis Jahresende sollen die größeren Städte plus Umland in den Bundesländern mit 4G/LTE versorgt werden, kündigte "3"-Chef Jan Trionow am Mittwoch vor Journalisten in Wien an.

Wie viele Neu- und Bestandskunden "3" von den LTE-Zusatzpaketen überzeugen will, ließ Trionow heute offen. Das sei ein Blick in die Glaskugel. "3" will mit dem LTE-Ausbau eine "leistungsstarke, flächendeckende Internetversorgung zu leistbaren Preisen für ganz Österreich" anbieten. Damit werde "die viel beklagte digitale Kluft zwischen Stadt und Land endgültig beseitigt". "Was wurden wir nicht kritisiert, dass die Fusion mit Orange unser Netz beeinträchtigt und den Kunden geschadet hätte", so Trionow.

Ab morgen soll der gesamte Großraum Wien von St. Pölten bis Gänserndorf, von Hollabrunn über Eisenstadt bis Neunkirchen von "3" mit dem Mobilfunkstandard der vierten Generation (4G) versorgt werden. Im Oktober folgt dann der Großraum Linz/Wels/Steyr, im November der Großraum Graz, Innsbruck und Bregenz/Feldkirch/Dornbirn sowie im Dezember der Großraum Salzburg und Villach/Klagenfurt. Laut Trionow wird "3" dann über eines "der besten LTE-Netze der Welt" verfügen.

Zusatzpaket für Bestands- und Neukunden

"3" wird das besonders schnelle Internet LTE nicht fix in die Tarife integrieren, sondern als Zusatzpaket für Bestands- und Neukunden anbieten. Zum Beispiel kostet das Smartphone-Zusatzpaket "LTE L" mit 30 Mbit/s Downloadgeschwindigkeit rund 4 Euro und das "LTE XL"-Paket mit 150 Mbit/s rund 10 Euro. Andere Anbieter würden den Kunden "vollständige Wahlfreiheit versprechen, LTE aber fix in sämtliche Neutarife eingepreist haben", verwies auf Trionow die Zusatzpaket-Strategie von "3". "Wir halten nichts von einer Zwangsbeglückung."

Die Bundeswettbewerbsbehörde hat kürzlich einen Fragebogen an die Mobilfunker versendet, um ihre Telekom-Branchenuntersuchung - unter anderem zu Preiserhöhungen - bis Sommer 2015 abzuschließen. Die Beantwortung des Fragebogens würde "viel Arbeit" bereiten, aber unspektakulär sein. "Ich sehe das relativ entspannt", so Trionow. Die Kritik an den kürzlich erfolgten Preiserhöhungen ließ der "3"-Chef nicht gelten. Österreich habe weiterhin die niedrigsten Mobilfunk-Preise in Europa. Die Kosten für die heimischen Mobilfunker würde steigen - etwa durch den LTE-Ausbau - gleichzeitig die Umsätze sinken. "Immer mehr, für immer weniger" sei nicht möglich.

Zum Thema "Netzneutralität" - dem gleichberechtigten Datentransport im Internet - mahnte der "3"-Chef eine differenzierte Sichtweise ein. "Die Freiheit des Internet beginnt bei einem gut ausgebauten Netz." Trionow gab zu Bedenken, dass die geplante Abschaffung des Telefon-Roamings im Ausland, vor allem Viel-Reisende zugute komme. Der "einfache Österreicher" werde davon nicht profitieren. "Die Zeche werden alle zahlen."