Erstellt am 15. August 2013, 09:56

7,7 Millionen Stimmzettel werden gedruckt. Die Kandidaten stehen fest, die Wahlvorschläge liegen vor - jetzt können die rund 7,7 Millionen Stimmzettel für die Nationalratswahl am 29. September in Druck gehen.

 |  NOEN, Erwin Wodicka
Gedruckt werden müssen auch die heuer umfangreichen Unterlagen für die Briefwähler: In einer fast 40-seitigen Beilage werden sie über die 2.557 Kandidaten aus den zwölf Parteien informiert, die Bundeslisten eingereicht haben. Denn erstmals können sie - wie alle Wähler - auch auf Bundesebene eine Vorzugsstimme vergeben.

Diese Wahlrechts-Änderung führte zu einem weiteren Novum: Die Stimmzettel der Wiener und der Vorarlberger werden teilweise schraffiert sein. Denn zwei dort antretende Parteien haben darauf verzichtet, einen Bundeswahlvorschlag einzubringen. Deshalb muss in Wien bei der Sozialistischen LinksPartei (SLP) die Rubrik für die Bundes-Vorzugsstimme "gesperrt" werden und in Vorarlberg jene bei der EU-Austrittspartei.

7,7 Millionen Stimmzettel bei 6,4 Millionen Wahlberechtigten

Für die Herstellung der Stimmzettel sind die Landeswahlbehörden zuständig - und gedruckt werden müssen laut Nationalratswahlordnung um 20 Prozent mehr als es Wahlberechtigte gibt: Also fast 7,7 Millionen bei 6,4 Millionen Wahlberechtigten. In zwei Wochen werden die Stimmzettel und die Briefwahl-Unterlagen fertig sein, ab 30. August werden die Wahlkarten versandt. Beantragt werden können sie schon seit 9. Juli.

Wie schon 2008 wird auch heuer der Stimmzettel in jedem Bundesland anders aussehen. Denn nur neun Parteien treten bundesweit an, fünf nur in einzelnen bzw. einigen Ländern. Außerdem ist teilweise die Reihenfolge wegen dem Einreich-Zeitpunkt eine andere. Die im Parlament vertretenen Parteien werden nach dem Ergebnis der Wahl 2008 gereiht, die "neuen" nach dem Zeitpunkt der Einreichung der Landeswahlvorschläge. Von Platz 1 bis Platz 7 sehen die Stimmzettel laut Robert Stein, dem Leiter der Wahlabteilung im Innenministerium, aber überall gleich aus: Nach SPÖ, ÖVP, FPÖ, BZÖ und Grünen steht überall das Team Stronach auf Platz 6 und die NEOS auf Platz 7.

Rekorde werden mit den Stimmzetteln heuer nicht gebrochen: Schon 2008 gab es, wie heuer, insgesamt 14 Listen. Damals traten zehn Parteien bundesweit an, heuer neun. Und auch der längste Stimmzettel ist heuer gleich lang wie bei der vorigen Wahl: Die Vorarlberger werden am 29. September unter zwölf Parteien wählen können, 2008 konnten dies die Wiener und die Kärntner. Die Kärntner haben heuer, wie auch die Niederösterreicher, Salzburger und Tiroler, die kleinste Auswahl: Dort treten nur die neun Parteien an, die es bundesweit geschafft haben.