Erstellt am 10. März 2014, 23:59

von Gerti Süss

Anlaufstelle für Zeitungsleser. 155 Meldungen gingen im Vorjahr bei dem Kontrollorgan ein. Heuer will man sich auch mehr auf neue Medien konzentrieren.

Von Gerti Süss

Der Ehrenkodex der österreichischen Presse spricht sich deutlich gegen Diskriminierungen, Falschbehauptungen und Schleichwerbung auf. Um zu kontrollieren, ob der Kodex auch eingehalten wird, wurde vor drei Jahren der Presserat als unabhängiger Verein gegründet. Er dient als Anlaufstelle für Leser und Betroffene bei unethischer Berichterstattung.

Anzahl der Meldungen verdreifacht

Im Vorjahr gingen beim Presserat 155 Meldungen ein – das sind bereits drei Mal so viele wie im Gründungsjahr 2011. In 16 Fällen kam es laut Presserat zu eindeutigen medienethischen Verstößen. Zwei der 155 Meldungen betrafen auch die NÖN, wobei es sich laut Urteil des Gremiums nicht um medienethische Verstöße handelte.

Die meisten Meldungen betrafen die Kronen Zeitung (31) und Österreich (18). Letztere hat den Presserat deswegen zweimal verklagt. Das erste Verfahren wurde zugunsten des Presserats entschieden, das zweite ist noch im Laufen.

Fokus auf Neue Medien

„Heuer werden wir uns verstärkt auf Neue Medien konzentrieren. Wir müssen uns überlegen, wie die Presse mit Privatfotos in sozialen Netzwerken oder Leser-Postings umgehen soll“, erklärte Presserats-Präsidentin Astrid Zimmermann. Dazu will sich der Verein auch an ähnlichen Institutionen in anderen Ländern orientieren.

Heuer gingen bereits 46 Meldungen beim Presserat ein. „Wir nehmen alle Fälle ernst. Je mehr Infos wir von den Lesern bekommen, desto eher können wir der Sache nachgehen“, sagt Senatsvorsitzender Peter Jann.