Erstellt am 04. September 2013, 09:16

Auf Twitter und Facebook steht die Polit-Welt Kopf. Dass Social Media alles andere als ein Abbild der Wirklichkeit bietet, bemängeln Kritiker seit langem.

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Auch in der Politik ist das nicht anders. So regieren etwa auf Twitter Funktionäre, die auf den Listen für die Nationalratswahl nur begrenzte Chancen auf einen Einzug ins Hohe Haus haben. Und FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache hat mehr Facebook-Fans als alle anderen Spitzenkandidaten zusammen.

Im Kurznachrichten-Dienst Twitter hat nicht etwa die Regierungsspitze das Sagen, und auch kein polternder Oppositionschef führt hier die Diskussionen an: Von den im Herbst zur Wahl stehenden Politiker führt der Burgenländer Michel Reimon mit 8.435 Followern (Stand 30. 8.). Ironie der Geschichte: Ausgerechnet Parteifreund Peter Pilz, der sich im Kampf um Platz 4 auf der Bundesliste der Grünen durchsetzte, ist ihm mit 8.090 Followern dicht auf den Fersen.

Den beiden Grün-Politikern folgt mit Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (6.656 Follower) auf dem dritten Platz das erste Regierungsmitglied. Und muss das BZÖ noch so sehr um den Wiedereinzug in den Nationalrat zittern, auf Twitter belegen sie in der Person von Stefan Petzner (5.120 Follower) schon den vierten Platz. Sein Parteichef und Spitzenkanddiat Josef Bucher ist übrigens mit 1.432 Follower weit abgeschlagen.

Zumindest in der SPÖ ist Bundeskanzler Werner Faymann ("teamkanzler") auf Twitter vor seinen Funktionären mit 2.675 an der Spitze, die SPÖ selbst erreicht 3.419 Personen. Im Match der Parteien müssen sich die Grünen den Piraten geschlagen geben - mit 3.281 zu 3.549 Followern. Genau dazwischen liegt FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, der es auf 3.440 Follower bringt.

Strache auf Facebook die Nummer 1

Allerdings ist Strache auf einer anderen Plattform unangefochtene Nummer Eins: Mit 138.080 Facebook-Fans hat er mehr Zuspruch als alle anderen Spitzenkandidaten zusammen. Mit großem Abstand folgt ihm mit 11.128 Fans ÖVP-Chef Michael Spindelegger, erst dann kommen Kanzler Faymann (8.896), Grünen-Bundessprecherin Eva Glawischnig (8.826) und BZÖ-Chef Josef Bucher (961). Letzterer hat allerdings laut Parteiangaben an die 5.000 Freunde auf seiner privaten Seite.

Über keine eigenen Facebook-Seiten verfügen die meisten der neu antretenden Parteien. Das Team Stronach als Gruppierung kommt jedoch auf 33.141 Fans. Und während die Konkurrenz innerhalb von drei Tagen nur um eine Handvoll zulegen konnte, gewann Stronach in diesem Zeitraum 1.700 Fans, Glawischnig rund 1.000 und Strache rund 500.

NEOS liegt bei 27.178 Fans auf Facebook, die Piraten bei 5.226 und die KPÖ bei 2.636.