Erstellt am 06. September 2013, 12:38

Auf Wahlkampftour mit Eva Glawischnig. Eva Glawischnig, die Bundessprecherin der Grünen, ist derzeit mit dem Bus unterwegs auf Wahlkampftour.

Um grüne Idylle in Bilder zu fassen, machte sie drei Wochen vor der Nationalratswahl bei einem Biobauernhof im Salzburger Flachgau halt. Dort streichelte sie ein Kalb, sprang von Heuballen und fütterte Kühe mit frisch gemähtem Gras.

Die 44-Jährige spricht bei ihrer Tour mit Bürgern, besichtigt Betriebe, steht Interessierten bei Abendveranstaltungen Rede und Antwort. Dazwischen drängen sich Interviews mit Zeitungen, dem Fernsehen und dem Radio.

An diesem Tag ist Glawischnig zugleich eine Getriebene des ORF. Redakteur Hanno Settele nimmt sie mit seinem schwarzem Mercedes auf "Wahlfahrt", immer wieder steigt die Grüne zwischen Tourbus und Auto um. Am Freitagabend steht zudem das Fußball-WM-Qualifikationsmatch gegen Deutschland in München auf dem Plan.

Das Tour-Programm ist ehrgeizig, Glawischnig ist alleine diese Woche fünf Tage am Stück auf der Straße unterwegs. Doch persönlicher Kontakt gilt heute als die Währung, mit der sich unentschlossene Wähler am besten gewinnen lassen. "Klassische Wahlkampfreden sprechen die Leute nicht an. Die wollen nicht zuhören, sondern über die Themen reden, die ihnen persönlich wichtig sind", sagt Stefan Wallner, Bundesgeschäftsführer der Grünen.

Und Glawischnig versucht sich Zeit fürs Hinhören zu nehmen, nicht nur beim Besuch am Bauernhof, auch schon früher am Tag, bei einer Betriebsbesichtigung in Seewalchen am Attersee. Dort schneidert die Firma Tostmann seit 1949 Dirndl-Trachten. Die Seniorchefin kam früh in Kontakt mit Freda Meissner-Blau, der ersten Parteivorsitzenden der Grünen, und ist seit vielen Jahren Sympathisantin der Partei.

Die Stimmung auf der Straße sei gut, sagt Glawischnig selbst, sicherlich beflügelt von den guten Ergebnissen bei den vorangegangenen Landtagswahlen in Kärnten, Tirol und Salzburg. "Viele sagen mir - egal ob es jetzt stimmt oder nicht - dieses Mal wähle ich grün."

Die Mitarbeiter im Trachten-Betrieb haben sich indes noch nicht entschieden. Wen sie am 29. September wählen, wissen viele der Frauen noch nicht. Ihr Wunsch an eine neue Regierung ist jedoch klar: Sie wollen mehr Einkommensgerechtigkeit, Schneidern ist ein schlecht bezahlter Beruf.