Erstellt am 03. September 2013, 13:56

BZÖ fordert Offenlegung von Auftraggebern der Politologen. Das BZÖ fordert die Offenlegung der Auftraggeber von Politologen, die in den Medien die Auftritte der wahlwerbenden Parteien beurteilen.

Diese Experten sollen veröffentlichen, ob sie Parteien und Politiker beraten oder in der letzten Gesetzgebungsperiode Aufträge von Parteien, Ministerien oder sonstigen öffentlichen Institutionen erfüllt haben, meinte BZÖ-Bündnissprecher Rainer Widmann in einer Aussendung am Dienstag. Dabei nannte er angebliche Aufträge des Politologen Peter Filzmaier, der die Auftritte der Spitzenkandidaten bei den Konfrontationen im ORF analysiert, "hinterfragenswert". Filzmaier dementierte diese Vorwürfe.

"Wenn beispielsweise der omnipräsente Experte, der heute Abend im ORF die Wahlkonfrontation von BZÖ-Chef Josef Bucher mit Bundeskanzler Faymann beurteilt, Aufträge des Bundeskanzleramtes erhalte, dann sei das mehr als hinterfragenswert", so Widmann in der Aussendung. Filzmaier wehrte sich gegen die Anschuldigung: "Mein Vertrag mit dem ORF schließt explizit aus, dass ich irgendwelche Aufträge von politischen Parteien habe oder dass Studien für öffentliche Institutionen und Unternehmen personenbezogene Beratungen von Politikern enthalten." Selbstverständlich habe er keinen Auftrag des Bundeskanzleramts.

Freiwillige Selbstverpflichtung

Filzmaier hatte 2010 für einige Monate seine Tätigkeit als politischer Analyst für den ORF unterbrochen, weil er im Herbst 2008 die burgenländische SPÖ beraten haben soll. Im Juli 2010 schloss er mit dem ORF einen Kommentatorenvertrag ab, der unter anderem regelt, dass er auf jegliche Studientätigkeiten für politische Parteien in Österreich verzichtet.

Widmann schlug eine freiwillige Selbstverpflichtung der österreichischen Medien vor, nur Experten zu Wort kommen zu lassen, die ihre Auftrager aus der Politik veröffentlichen. Dazu meinte Filzmaier, dass ohnehin praktisch alle seine Projekte im Rahmen von Pressekonferenzen veröffentlicht würden.