Erstellt am 09. September 2013, 22:45

Differenzen bei Duell Spindelegger gegen Strache. Wahrlich nicht von gegenseitiger Wertschätzung getragen hat sich das zweite ORF-TV-Duell des Montagabends zwischen ÖVP-Obmann Spindelegger und FPÖ-Chef Strache gestaltet.

Insbesondere in Europa-Fragen und der Ausländerpolitik zeigten sich deutliche Differenzen zwischen den beiden Spitzenkandidaten. Spindelegger kündigte an, bei einem Rückfall der ÖVP auf Platz sofort zurücktreten zu wollen. Im Gegensatz zu seinen bisherigen Auftritten in den heurigen TV-Konfrontationen zeigte sich Spindelegger deutlich ruhiger. Dafür setzte er auf sarkastische Pointen, etwa als er in Richtung Strache angesichts von dessen Euro-Skepsis als FPÖ-Plan mutmaßte: "Die Griechen brauchen wieder die Drachme und die Österreicher die Strachme."

Strache machte aber klar, dass für ihn eine Rückkehr zu den nationalen Währungen eine Option ist, sollte sich kein Euro der starken Wirtschaftsnationen entwickeln. Als Argument gegen die Gemeinschaftswährung diente dem freiheitlichen Obmann, dass EU-Staaten ohne Euro wie Schweden heute wirtschaftlich besser da stünden als Österreich.

Strache fordert Senkung der EU-Beiträge

Einmal mehr sprach sich Strache für eine drastische Senkung der österreichischen EU-Beiträge aus. Von Rot-Schwarz erwartet er in dieser Beziehung nichts, krieche die Regierung doch immer unter dem Teppich nach Brüssel. Als Europapolitiker nimmt Strache Spindelegger nicht ernst: "Ihr Horizont geht nicht über die Landesgrenze hinaus."

Nicht viel miteinander anfangen konnten die Kontrahenten auch, was die Ausländer-Frage angeht. Strache warnte vor "Asylbetrug und Islamismus" und hielt der Regierung vor, "beim Import von kriminellen Ausländern" wegzuschauen. Zudem warnte der FPÖ-Chef von Massenzuwanderung aus Bulgarien und Rumänien. Spindelegger bestritt dies inhaltlich und meinte: "Ich bin fassungslos, wie man Menschen in Österreich so verunsichern kann."

Ganz fallen gelassen hat Spindelegger die schwarz-blaue Karte aber nicht. Auf die Frage, ob es zu einer entsprechenden Zusammenarbeit kommen könnte, meinte der ÖVP-Chef, Grundvoraussetzung wäre, dass EU und Euro nicht infrage gestellt würden. Von Strache kam eine Koalitionsbedingung - nämlich die Abschaffung der "ORF-Zwangsgebühren" - in jenem Moment gefordert, als er von mehreren Zwischenfragen der Moderatorin ein wenig genervt war.