Erstellt am 28. September 2013, 10:56

Faymann startete Wahl-Schlussspurt. Auch nach dem offiziellen Wahlkampfabschluss am Freitagabend wird Kanzler Werner Faymann nicht müde, um Stimmen zu werben. Samstagvormittag stellte sich der SPÖ-Chef auf den symbolträchtigen Viktor-Adler-Markt in Wien-Favoriten.

Dort tat er nochmals die Positionen seiner Partei vor einigen Hundert Interessierten kund und attackierte die politische Konkurrenz, allen voran den Koalitionspartner ÖVP.

Faymanns Leitspruch lautete: "Wenn wir stark genug sind, werden wir dafür sorgen, dass Österreich noch gerechter und stärker wird." Die vom Kanzler angerissene Themenpalette umfasste all das, was die SPÖ nun schon seit Monaten trommelt.

Kritik an VP-Ideen zur Tageshöchstarbeitszeit

Beworben wurde das österreichische Gesundheitswesen ebenso wie die sicheren Pensionen und vor allem die rote Kompetenz im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Dass Österreich die geringste Arbeitslosigkeit Europas habe, mache den Reichtum des Landes aus, meinte der SPÖ-Chef.

Der Koalitionspartner blieb auch am Tag vor der Wahl nicht von Angriffen verschont. Einmal mehr zitierte Faymann die ÖVP-Überlegungen, die Tageshöchstarbeitszeit auf zwölf Stunden auszudehnen. Für den Kanzler ist dies umso mehr unverständlich, als die Österreicher schon jetzt die zweitlängsten Arbeitszeiten in der EU hätten: "Weil wir so fleißig sind, wollen wir, dass die Arbeitnehmer auch entsprechend bezahlt werden", warb Faymann gleich auch noch für die 1.500 Euro Mindestlohn.

Sozialminister und Wiener Bürgermeister als Begleiter

Auf den Viktor-Adler-Markt mitgebracht hatte der Kanzler u.a. Sozialminister Rudolf Hundstorfer, der Spitzenkandidat der Wiener SPÖ ist, und sich als Garant für eine niedrige Jugendarbeitslosigkeit schilderte.

Ebenfalls nach Favoriten gereist war Bürgermeister Michael Häupl, der sich allerdings aufs Händeschütteln mit dem Volk konzentrierte. Auch Faymann war in erster Linie mit Autogrammeschreiben und Gute-Wünsche-Empfangen beschäftigt.

Zu bewältigen hatte der Kanzler am Vorwahltag noch zwei weitere Termine. Gemeinsam mit Häupl wird er noch die Berufsfeuerwehr Am Hof besuchen. Letzter Wahlkampftermin ist dann am Nachmittag ein Treffen mit Jugendvertrauensleuten der Metallergewerkschaft Pro-Ge.