Erstellt am 06. September 2013, 09:53

Faymann und Stronach im TV-Klassenkampf. Auf ein Match Milliardär gegen Funktionär ist das TV-Duell zwischen Werner Faymann (SPÖ) und Frank Stronach Donnerstagabend hinausgelaufen.

Mangelnde Transparenz, Funktionärstum und Parteibuchwirtschaft warf der Parteigründer dem Bundeskanzler vor, umgekehrt hielt Faymann seinem Gegenüber dessen Aussagen zur Todesstrafe entgegen. Auf weitere Extrempositionen wollte sich Stronach nicht einlassen.

Stronach-Vorwurf an Kanzler: "Sie sprechen mit zwei Zungen"

 "Ich möchte kategorisch sagen, das Team Stronach ist total gegen eine Todesstrafe", ruderte der Parteigründer im TV-Duell nochmals zurück. Dies sei seine "persönliche Meinung" gewesen. "Ich denke darüber nach, was kann ich tun für eine bessere Welt mit mehr Gerechtigkeit", lautete die Begründung dafür.

Die Empörung Faymanns über die vorangegangenen Aussagen nahm Stronach diesem aber nicht ab, da sich dieser ja mit "Befürwortern" der Todesstrafe umgebe, und nannte dabei US-Präsident Barack Obama und Arnold Schwarzenegger: "Sie sprechen mit zwei Zungen."
 
Auf die Frage, ob er etwa für die chemische Kastration für Triebtäter sei, antwortete Stronach lediglich: "Das ist ein schwieriges Thema, das muss alles gut überdacht werden."

Faymann empört über Gewerkschafts-Attacken des Team Stronach

Unverbindlich blieb aber auch der Bundeskanzler, angesprochen auf die Relation der Strafrahmen bei Gewalt- und Eigentumsdelikten. "Da vertraue ich unserer Justizministerin", verwies er auf eine diesbezüglich eingerichtete Arbeitsgruppe und lobte mit Beatrix Karl ausgerechnet eine ÖVP-Ministerin.
 
Vorgehalten wurden Stronach von seinem Gegenüber auch die Attacken aus seiner Partei auf die Sozialpartnerschaft. "Ich habe noch nie gesagt, es soll keine Gewerkschaften geben", verteidigte sich dieser, "ich habe gesagt, wir müssen uns alle verändern".

Er warf dem ÖGB Intransparenz vor. "Ich möchte nicht, dass Ihnen Dinge wie Streikfonds gezeigt werden", begründete Faymann, warum nicht ausnahmslos alles offengelegt werde. Auch gegen OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny ritt der Parteigründer abermals Attacken und verlangte eine "Funktionärssteuer".