Erstellt am 01. Oktober 2013, 19:37

FPÖ nominierte Verhandlungsteam. Die FPÖ hat am Dienstag ein Verhandlungsteam für mögliche Koalitionsgespräche nach der Wahl nominiert.

Neben Parteichef Strache gehören diesem unter anderem dessen Stellvertreter Norbert Hofer und Manfred Haimbuchner sowie die Generalsekretäre Herbert Kickl und Harald Vilimsky an. Strache sendete zudem klare Signale in Richtung SPÖ, offizielle Gespräche mit den Freiheitlichen aufzunehmen.

Bereits am Wahlsonntag habe die SPÖ ihren Klubchef Cap "vorgeschickt", um Gespräche mit den Freiheitlichen aufzunehmen, meinte Strache, der aber weiterhin "keine Gespräche über die Hintertür" führen will. Er sieht durchaus Schnittmengen mit den Sozialdemokraten, aber auch mit anderen Parteien.

Hofer-Nominierung als Signal

Dennoch werde wohl die SPÖ den Auftrag zur Regierungsbildung erhalten, weswegen sie ihre "Ausgrenzungspolitik" gegenüber der FPÖ endlich beenden solle, forderte Strache abermals.

Die Aufstellung des zumindest im Umgang moderaten Norbert Hofer - er wurde am Dienstag auch fix als Dritter Nationalratspräsident nominiert - als Verhandler, ist für Generalsekretär Kickl durchaus als Signal zu verstehen. Weitere Mitglieder des ab sofort bereiten Verhandlungsteam sind Klubdirektor Norbert Nemeth und der steirische Landesparteisekretär Mario Kunasek. "Wenn die SPÖ uns einlädt, dann stehen wir für Verhandlungen zur Verfügung", so Strache.

Auch Staatsoberhaupt will "Ausgrenzung" thematisieren

Auch Bundespräsident Heinz Fischer will Strache bei einem für Mittwoch anberaumten Treffen auf die Thematik der "Ausgrenzung" der FPÖ ansprechen. Insgesamt könne die FPÖ aber die am Sonntag von ihren Wählern erhaltene Verantwortung sowohl in der Regierung als auch in der Opposition leben.

Obwohl man Regierungsverantwortung nicht ausschließe, werde man diese sicher nicht um jeden Preis anstreben, so Strache. Das Ergebnis vom Sonntag sei jedenfalls ein guter Ausgangspunkt, in spätestens fünf Jahren stärkste Partei zu sein, denn: "Die FPÖ führt keinen Wahlkampf, wir sind Wahlkampf."

Tochter von Ex-FP-Vizekanzler Steger im Kommen

Noch in diesem Jahr will Strache, der von den Parteigremien am Dienstag auch wieder als Klubobmann nominiert wurde, einen ordentlichen Bundesparteitag abhalten. Noch nicht zur Gänze geregelt wurde hingegen, wer nun fix in den Nationalrat kommt. Petra Steger, Tochter des einstigen freiheitlichen Vizekanzlers, solle aber in jedem Fall "eine stärkere Rolle spielen".

Der Sprecher von SPÖ-Klubobmann Cap bestritt unterdessen, dass dieser am Wahlsonntag von der SPÖ zur Gesprächsaufnahme mit den Freiheitlichen "vorgeschickt" worden sei. Dies sei "völlig falsch", betonte er. Es habe keinen Kontakt mit dem Freiheitlichen gegeben, weder am Sonntag noch danach. Allerdings werde Cap ab morgen mit allen Parteien, also auch der FPÖ, das Gespräch suchen, so der Sprecher.