Erstellt am 15. August 2013, 09:33

Glawischnig will nicht mit vergesslichem Stronach. Die Grüne Spitzenkandidatin Eva Glawischnig kann sich eine Koalition derzeit nur mit SPÖ oder ÖVP vorstellen. Eine Dreiervariante mit dem Team Stronach schloss sie aus.

Sollten es die Grünen in die Regierung schaffen, will Glawischnig Umweltministerin werden. Statt Autobahnen würden dann Schnellbahnen gebaut, Ölheizungen verboten und der Haschischkonsum entkriminalisiert.

Sollten Rot und Schwarz bei der kommenden Nationalratswahl die gemeinsame absolute Mehrheit verlieren, würden wohl beide versuchen, mit Grünen und Stronach eine Koalition zu schmieden, meinte Glawischnig. "Sie werden sicher anfragen. Einfach um den anderen rauszuhauen." Angesichts der Positionen Frank Stronachs - etwa dem Euro-Austritt als Koalitionsbedingung - ist das für Glawischnig aber ausgeschlossen. "Stronach weiß ja manchmal nicht mehr, was er zwei Wochen vorher gesagt hat", zweifelte sie an seiner Zuverlässigkeit.

Glawischnig schließt nichts aus

Noch ist für Glawischnig das Rennen aber vollkommen offen. "Ich halte bei dieser Wahl gar nichts für ausgeschlossen", meinte sie unter Verweis auf den überraschenden Ausgang der Landtagswahlen in Kärnten und Salzburg. Weder Dreier-Koalitionen noch Zweier-Varianten mit Grüner Beteiligung hält die Grüne nach der Wahl für unmöglich.

Dass ihre Partei bei der Variante Rot-Schwarz-Grün unter die Räder kommen könnte, glaubt sie nicht. "Wenn ÖVP und SPÖ tatsächlich unter die 50-Prozent-Marke sinken, ist in diesen Parteien Feuer am Dach." Die Grünen wären dagegen in einer Position der Stärke. "Wir sind dann wirklich die Sieger, und die sind in einer echt miesen Lage." Zumindest 15 Prozent Stimmanteil müssten die Grünen für neue Mehrheiten schaffen, bekräftigte sie, "aber ich nehme auch gerne mehr".

Für sich selbst würde sich Grünen-Chefin Eva Glawischnig ein erweitertes Umweltressort ähnlich wie in Oberösterreich wünschen. Energiepolitik, aber auch Teile der Wirtschaft, der Landwirtschaft und des Konsumentenschutzes wären aus ihrer Sicht dabei. "Da ist natürlich eine gewisse Unvereinbarkeit da, aber das ist in Händen einer Grünen doch etwas anderes als in Händen eines Berlakovich."