Erstellt am 17. September 2013, 22:51

Hartes Duell Faymann gegen Strache. Ein erwartungsgemäß hartes, wenn auch über weite Strecken diszipliniert ausgetragenes Duell haben sich Bundeskanzler Faymann und FPÖ-Chef Strache in ihrer ORF-TV-Konfrontation geliefert.

Strache attestierte dem SP-Vorsitzenden, Familien, Pensionisten und Arbeitnehmer verraten zu haben, Faymann warf dem FPÖ-Obmann vor, "die Leute aufzuhetzen" und mit falschen Zahlen zu arbeiten.

Strache begann die Konfrontation gleich mit einer Frontalattacke, präsentierte die FPÖ als "die moderne Arbeiterpartei" und warf Faymann vor, die Arbeitslosigkeit schönzureden und zu geringe Pensionsanpassungen vorgenommen zu haben: "Wer, wenn nicht der Herr Faymann, hat Familien, Pensionisten und Arbeitnehmer verraten?"

Bundeskanzler gab sich als glühender Europäer

Während Strache den Ausstieg aus dem Europäischen Stabiliätsmechanismus (ESM) forderte, präsentierte sich Faymann einmal mehr als glühender Europäer: Für einen Wirtschaftsaufschwung müsse man auch in Europa "einen aktiven Beitrag leisten", betonte der SP-Chef und warf Strache vor, Österreich mit dem Austritt aus der Euro-Zone "in die Massenarbeitslosigkeit" führen zu wollen.

Einig waren sich die beiden Kontrahenten nur in ihrer Forderung, den Eingangssteuersatz bei der Lohnsteuer auf 25 Prozent zu senken. Wobei Strache Faymann vorwarf, den Vorschlag von der FPÖübernommen zu haben.

Mehrmals ließen die beiden Kontrahenten ihre persönliche Antipathie deutlich erkennen - etwa wenn Strache sein Gegenüber als "Marionette von Banken und Konzernen" bezeichnete, oder wenn Faymann dem FP-Chef vorhielt, nur mit Stehsätzen zu arbeiten: "Wenn er aufhört mit den Pauschalurteilen, dann wird er nichts mehr sagen können."

Türkischsprachige Wahlwerbung brachte Schreiduell hervor

Hitzig wurde die Debatte dennoch nur einmal kurz vor Schluss, als Strache ein Taferl mit türkischsprachiger roter Wahlwerbung auf den Tisch stellte. "Das habe ich nicht in Auftrag gegeben, das haben wir zehnmal klar gestellt", echauffierte sich der Bundeskanzler, ehe die Debatte in ein kaum noch verständliches Schreiduell abglitt. Bis dahin hatte das "Ausländer"-Thema in der Konfrontation übrigens keine Rolle gespielt.

Sauer reagierte Strache allerdings, als ihm Moderatorin Ingrid Thurnher mit Verweis auf den Amoklauf in Niederösterreich die Forderung der FPÖ nach einem liberaleren Waffenrecht vorhielt: Das sei "schäbig", so der FPÖ-Chef.