Erstellt am 24. September 2013, 21:19

Haslauer favorisiert schwarz-grüne Koalition. Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer hat sich am Dienstag für die Bildung einer schwarz-grünen Koalition nach der am kommenden Sonntag stattfindenden Nationalratswahl ausgesprochen.

Er wünsche sich von der ÖVP-Bundespartei, dass sie den Mut habe, mit den Grünen zusammenzugehen, sagte Haslauer.

"Die Große Koalition hat sich überlebt", erklärte der Salzburger ÖVP-Parteichef beim traditionellen Rupertitreffen der ÖVP Salzburg vor rund 700 Teilnehmern im Stieglkeller in der Salzburger Altstadt. "Österreich wird es gut tun, wenn wir Salzburger Verhältnisse bekommen", goutierte Haslauers Parteikollege, Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz.

"Warum gehen wir auf Bundesebene nicht mit den Grünen zusammen?", stellte Haslauer die Frage in den Raum. Auch wenn das aufgrund der ideologischen Unterschiede schwierig sei, so zeige das Beispiel Salzburg, dass man die Unterschiede überbrücken könne, sagte Haslauer. Er lobte den "unorthodoxen Zugang", welche die Grünen bei Themen hätten, wo die beiden Parteien weit auseinanderliegen. Die ÖVP ist bei der Salzburger Landtagswahl am 5. Mai als stimmenstärkste Partei hervorgegangen und hat mit den Grünen und dem Team Stronach eine Koalition gebildet.

Wenn sich eine Koalition mit den Grünen aufgrund von zu wenig Mandaten nicht ausgehe, "dann muss man eine kleinere Partei dazunehmen", zog Haslauer eine Dreierkoalition in Erwägung. Kein gutes Haar ließ er allerdings an Frank Stronach: "Wenn Milliardäre beginnen, sich in die Politik einkaufen, wenn das mehrere machen, ist es mit der Demokratie nach unserem Verständnis vorbei."

Die Rede Haslauers hat beim "größten politischen Stammtisch des Landes" doch einen Widerspruch erkennen lassen. Er empfahl zwar eine Koalition der ÖVP mit den Grünen, nahm die Grünen aber in die Kritik, als er sich zu der Möglichkeit einer rot-grünen Koalition äußerte. "Auf Bundesebene sind die Grünen weit links von der SPÖ." Die Eigentumsfeindlichkeit und der extreme Umverteilungsgedanke seien eine Riesengefahr für das Land, wetterte Haslauer noch vor seiner Empfehlung für eine schwarz-grüne Koalition.