Erstellt am 30. August 2013, 11:16

Jeder Zweite glaubt nicht an Änderung durch Wahl. Vier Wochen vor der Nationalratswahl am 29. September glaubt rund jeder zweite Österreicher nicht, dass sie einen Wendepunkt darstellen wird. Das Interesse an Politik ist stark rückläufig.

Fast zwei Drittel klagen über zu viel Gehässigkeit und Streitereien im Umgang der Parteien miteinander. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes IMAS - durchgeführt Ende Juli/Anfang August.
 
Auf die Frage, ob sich durch die Wahl die Dinge in Österreich eher verbessern oder eher verschlechtern werden, meinten 53 Prozent "weder noch"; sie erwarten ein Gleichbleiben. Weitere 18 Prozent waren unentschlossen. 19 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung, sechs Prozent mit einer Verbesserung. Vier Prozent machten keine Angaben.

Drittel kann keine Partei-Ziele oder Programme beschreiben

Für die Meinungsforscher drehen die Bürger der Politik zunehmend den Rücken zu: Waren im Jahr 2000 noch 20 Prozent der Bevölkerung "sehr stark" und weitere 36 Prozent "ziemlich stark" - also zusammengerechnet 56 Prozent - an der Innenpolitik interessiert, sind es aktuell insgesamt nur noch 26 Prozent. Das ist ein Rückgang um 30 Prozentpunkte.

Dazu passt, dass ein Drittel der Bevölkerung von keiner Partei Ziele und Programme beschreiben kann. Ein weiteres Fünftel gibt keine Auskunft dazu. Für die Meinungsforscher bedeutet dies, dass genau 50 Prozent nicht über Inhalte und Eckpunkte der Parteien sprechen können oder wollen.

Mehrheit sieht zu viele Gehässigkeiten in politischer Auseinandersetzung

Anders diejenigen 26 Prozent, die angeben, sich sehr oder ziemlich stark für Politik zu interessieren: Von ihnen wissen nach eigenen Angaben knapp drei Viertel über die Inhalte Bescheid.

Zum politischen Klima meinen 63 Prozent, dass es in der Auseinandersetzung der Parteien zu viele Gehässigkeiten und Streitereien gebe. Nur acht Prozent empfinden deren Umgang miteinander als fair und sachlich.