Erstellt am 03. Oktober 2013, 15:11

Khol und Blecha für neue Form der Koalition. Die beiden Präsidenten des Seniorenrates, Andreas Khol und Karl Blecha, haben sich nach den Verlusten der beiden Koalitionsparteien bei der Nationalratswahl für eine neue Form der Zusammenarbeit ausgesprochen.

 Die beiden Seniorenvertreter forderten ihre Parteien auf, nicht mehr so weiter zu machen wie bisher. Zudem wurde ein Forderungspaket an die künftige Regierung beschlossen.

VP-Altmeister Khol: "Totenglöckerln schon gehört"

"Diesmal hat die Koalition die Totenglöckerln schon gehört", brachte es der Obmann des ÖVP-Seniorenbundes auf den Punkt. Khol forderte die beiden Koalitionsparteien auf, zu zeigen, dass sie die "Rüge" und "Ermahnung" der Wähler verstanden haben. Sie müssten es ernst nehmen, dass die "Zank-Koalition" den Wählern "zum Hals heraushängt".

Die Koalition habe keinen weiteren Regierungsauftrag, so weiter zu machen wie bisher. Und sie habe das Glück gehabt, dass das BZÖ den Einzug in den Nationalrat verpasst hat, sonst wäre die Mehrheit für SPÖ und ÖVP schon jetzt weg, meinte Khol.

Bestrafung der Koalition laut Blecha Änderungs-Auftrag

Blecha bestätigte, dass die Wähler die Koalition bestraft hätten, deshalb müsse sie sich ändern. Wie es nun konkret weitergehen soll, dass sehen die beiden Seniorenvertreter jedoch unterschiedlich und sind dabei eher auf Parteilinie. Blecha sieht in dem Wahlergebnis trotz der Verluste den Auftrag der Wähler, dass SPÖ und ÖVP als stimmenstärkste Parteien wieder eine Regierung bilden sollten, allerdings auf einer anderen Basis.

Sie sollten rasch Verhandlungen aufnehmen, um eine Reformregierung zu bilden. Dies sollte eine Modernisierung Österreichs auf allen Ebene mit einem konkreten Zeitplan für die zu lösenden Probleme von der Bildung bis zur Verwaltungsreform festlegen.

Forderungspaket an die künftige Regierung beschlossen

Khol wollte seine Präferenz für eine künftige Koalition nicht nennen. Den Weg zu einer solchen stellte er sich jedenfalls anders als sein SPÖ-Kollege vor. Für den ÖVP-Seniorenbund-Obmann ist jetzt zunächst eine "Phase des Verstehens und Zuhörens" wichtig, in der mit allen Parteien ausführliche Gespräche geführt werden sollten.

Der Vorstand des überparteilichen Seniorenrates beschloss ein Forderungspaket an die künftige Regierung. Es reicht von einer Inflationsabgeltung bei künftigen Pensionsanpassungen bis zu einer Steuerreform mit einer Senkung des Eingangssteuersatzes, wie die beiden Seniorenratspräsidenten Khol und Blecha erläuterten.