Erstellt am 19. Dezember 2014, 12:46

Kiesbauer, Weichselbraun und Tumler moderieren Song Contest. Ein Frauenquartett ist es geworden: Arabella Kiesbauer, Mirjam Weichselbraun und Alice Tumler werden den Eurovision Song Contest (ESC) kommendes Jahr in Wien moderieren. Unterstützung erhalten sie von ESC-Siegerin Conchita Wurst, die den Green Room hosten wird.

Arabella Kiesbauer, Mirjam Weichselbraun, ORF-Fernsehdirektorin Kathrin Zechner und Alice Tumler  |  NOEN, HERBERT PFARRHOFER (APA)
ORF-Fernsehdirektorin Kathrin Zechner möchte damit starke und selbstbewusste Frauen sichtbar machen. Die Moderatorinnen werden es jedenfalls mit einem großen Publikum zu tun bekommen: Neben mehr als 10.000 Begeisterten vor Ort in der Wiener Stadthalle erwarten sie knapp 200 Mio. Zuschauer vor den TV-Geräten. Als "absolute Triple-A-Profis", wie Zechner das Gespann Kiesbauer, Weichselbraun und Tumler bezeichnete, werde man das aber schaffen.

"Angst hat wahrscheinlich keiner von uns, aber eine gewisse Anspannung ist eigentlich bei jedem Auftritt dabei", bemerkte Kiesbauer, deren Engagement doch noch einen Überraschungsmoment in die Moderationsentscheidung brachte. "Es geht darum, das Beste für das Publikum zu geben. Wir werden diese Aufgabe mit großer Freude und Professionalität erfüllen." Sie engagiere sich schon lange für Toleranz und gegen Rassismus. "Und das zu transportieren und ein Zeichen zu setzen, ist uns allen ein Anliegen", so Kiesbauer.

"Wir werden es nicht versauen"

Für Weichselbraun bedeutet die ESC-Moderation ein gehöriges Arbeitspensum im Frühjahr, wird sie doch auch durch die österreichische Vorausscheidung "Wer singt für Österreich?", die ab 20. Februar auf ORF eins ausgestrahlt wird, führen. Die Entscheidung für ein weibliches Leadingteam sei ihr zufolge "weniger eine mutige, sondern die richtige Entscheidung. Wir werden es nicht versauen, Kathi", meinte sie in Richtung der Fernsehdirektorin.

Die gebürtige Tirolerin Tumler zeigte sich "stolz", Teil des Moderationsteams zu sein. Immerhin finde der Song Contest erst zum zweiten Mal in seiner 60-jährigen Geschichte in Österreich statt. Die Aufgabe sei sehr interessant, gerade wenn man sich "das ganze Song Contest-Paket inklusive der vielen Proben" vor Augen führe. Insgesamt wird es zwölf Shows in der Stadthalle geben, die im Finale am 23. Mai ihren Höhepunkt finden. "Es ist das größte europäische Event, das die ganze Welt mitverfolgt. Und wir repräsentieren das ganz gut." Tumler, deren österreichischer Vater slowenisch-italienischer Abstammung und deren Mutter Französin ist, habe sich "immer als Europäerin gesehen". Mit Weichselbraun verbindet sie jedenfalls die Geburtsstadt Innsbruck. "Tirolerisch gehört aber leider nicht zu den offiziellen Song Contest-Sprachen", schmunzelten die beiden.

Song Contest als Brückenbauer

ORF-Fernsehdirektorin Zechner betonte eingangs, dass es ihr wichtig sei, "diese kraftvollen, gestaltenden Frauen der Gesellschaft immer wieder und im Speziellen beim Song Contest vor 200 Mio. Menschen sichtbar zu machen". Der ESC stehe nicht nur aufgrund des aktuellen Mottos "Building Bridges" für das Brückenbauen in verschiedenster Form. "Gestern wie heute sind Frauen keine Bedrohung, sondern ein starker, tragender, gestaltender, gleichwertiger, essenzieller Teil unserer Gesellschaft", sagte Zechner. "Das ist mein Tun, mein Denken und meine Überzeugung."

Conchita Wurst darf sich wiederum ihren mehrfach geäußerten Wunsch, den Green Room zu hosten, erfüllen. Die Sängerin befand sich bei der Präsentation am Freitag allerdings im Flugzeug, weshalb sie nicht anwesend sein konnte. "Sie hat den Song Contest mit ihrer Personality, ihrer Stimme und ihrem Song für Österreich gewonnen", streute ihr Zechner Rosen. "Sie hat sicher nicht das erste, aber kraftvollste Zeichen der Selbstbestimmtheit und des Respekts Österreichs nach Europa und in die Welt getragen." Beim Event werde Wurst für zudem "aufsehenerregende Showacts" sorgen und dabei u.a. ihren ESC-Siegersong "Rise Like a Phoenix" singen.

ESC-Executive Producer Edgar Böhm zeigte sich am Rande des Blitzlichtgewitters, das über die drei Moderatorinnen hereinbrach, von der Auswahl begeistert. Es handle sich um Frauen, "die sich als Showstars aufgebaut und nun diese Chance ergriffen haben". Alle drei seien eng mit dem ORF verbunden, "sie stehen für dieses Haus. Natürlich ist das eine neue Interpretation dieser Sache", verwies er auf die Konstellation. "Aber wir wollen auch etwas Besonderes machen".