Erstellt am 30. August 2013, 09:28

Korruptionsthema schadet SPÖ und ÖVP. Dass SP und VP von der aktuellen Berichterstattung über mögliche Parteienfinanzierung nicht profitieren, scheint auf der Hand zu liegen. Experten sind sich aber noch nicht sicher, welche Folgen dies rund ein Monat vor der Wahl haben kann.

Mit Schaden für die Regierungsparteien sei jedenfalls zu rechnen, meint Politikberater Thomas Hofer. Profiteure seien die Grünen.

Hofer sieht zwar "nicht unbedingt die Grundfesten der Republik erschüttert", denn die Ermittlungen seien grundsätzlich schon bekannt gewesen.

Thema stärkt die Politikverdrossenheit

Doch angesichts neuer Fakten "wird nun ein Thema wiederbelebt und aktualisiert, das latent die letzten drei Jahre dominiert hat und für beide Koalitionsparteien, vor allem aber für die ÖVP, natürlich ein massives Problem war". Dies richte "Schaden an". Und "rein vom Agendasetting kann den Grünen nichts Besseres passieren".

Deswegen müssten SPÖ und Volkspartei nun auch rasch danach trachten, eigene Themen zu lancieren. Zumal Hofer auch die "Gefahr einer gewissen Demobilisierung" in der Wählerschaft sieht: Enthüllungen darüber, wie sich Parteien mit Geld versorgt haben sollen, schüre die Politikverdrossenheit.

Hajek befürchtet "Knieschuss für das politische System"

Ähnlich sieht das Meinungsforscher Peter Hajek, der einen "Knieschuss für das politische System" ortet: "Das ist Wasser auf die Mühlen der Politikverdrossenheit und Politikerverdrossenheit." Auch er rechnet damit, dass die Causa einen "Impact" hat, wagt aber noch nicht, die Folgen abzuschätzen.

"Aber eines ist klar: Die 50-Prozent-Marke (für SPÖ und ÖVP gemeinsam, Anm.) ist zumindest gefährdet." Hajek hält auch die "Absturzgefahr der ÖVP für größer", weil diese auch durch den Fall Strasser negative Presse gehabt habe. Für die Opposition und hier vor allem für die Grünen sei das Ganze jedenfalls "eine aufgelegte Geschichte", so Hajek.