Erstellt am 15. August 2013, 17:04

Lindner-Kandidatur trotz Rückzug. Ex-ORF-Chefin Monika Lindner zieht ihre Kandidatur für das Team Stronach zurück – sie muss aber dennoch kandidieren, wie der Leiter der Wahlabteilung am Donnerstag erklärte.

Als Grund für den Rückzug gab Lindner Aussagen von Team Stronach-Klubobmann Robert Lugar an, wonach sie als "Speerspitze" gegen das System ORF, Raiffeisen und Pröll eingesetzt werden soll.

Lindner bedauert die Entwicklung

"In der gestrigen Aussage des Klubobmanns Lugar, die in keiner Weise abgesprochen war, hat sich gezeigt, dass die Erwartungshaltung zumindest von einem Teil des Teams Stronach mit meinen Intentionen, warum ich der Einladung von Frank Stronach in sein Team gefolgt bin, nicht deckt", so Lindner. "Ich kann daher ein Mandant, sollte es dazu kommen, unter diesen Voraussetzungen nicht annehmen. Ich bedaure die Entwicklung, respektiere Frank Stronach und sein politisches Engagement und wünsche ihm trotz allem einen erfolgreichen Wahlkampf."

Team Stronach-Klubobmann Robert Lugar hatte am Mittwoch bei einer Pressekonferenz erklärt, Lindner solle als "Speerspitze" eingesetzt werden. Sie stehe für das System ORF, für das System Raiffeisen und das System Erwin Pröll. Von ihrem Wissen als Insiderin in diesen Bereichen wolle das Team Stronach profitieren, erklärte Lugar. Das sei ein Schritt, das System besser zu verstehen, um es dann verändern zu können.

Dilemma: Ex-ORF-Chefin muss auf Bundesliste bleiben

Lindner bleibt allerdings trotz ihrer Erklärung formal auf der Stronach-Bundesliste, sie kann damit am 29. September gewählt werden und auch Vorzugsstimmen bekommen. Will sie nicht für das Team Stronach in den Nationalrat, kann sie aber auf ihr Mandat verzichten oder allenfalls auch als „wilde“ Abgeordnete ins Hohe Haus einziehen.

Denn wie Robert Stein, der Leiter der Wahlabteilung im Innenministerium, noch am Donnerstag erklärte, können mit dem Abschluss und der Veröffentlichung der Bundeslisten Kandidaturen nicht mehr zurückgezogen werden. Von den Wahlvorschlägen streichen lassen können sich Bewerber erst nach der Wahl. Die Bundesliste war am Mittwoch veröffentlicht worden.