Erstellt am 30. August 2013, 20:33

NEOS strotzten bei Auftakt vor Optimismus. Vor Optimismus, was den Einzug ins Parlament betrifft, hat die bei der Nationalratswahl erstmals antretende Gruppierung NEOS bei ihrem Wahlauftakt gestrotzt.

 |  NOEN, GEORG HOCHMUTH (APA)
An die 1.000 Anhänger hatten sich Freitagabend in der Aula der Wissenschaften in Wien versammelt, um sich in Lounge-Atmosphäre als junge Alternative zu den regierenden Partien zu inszenieren. "Diese Kraft kommt ins Parlament am 29.", gab Spitzenkandidat Matthias Strolz das Ziel vor.

Pinkes Licht und pinke Cocktails in der ehrwürdigen Halle, dazu Lounge-Musik, vor dem Gebäude pink eingehüllte Pantomimen, die Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) und seinen Vize MichaelSpindelegger (ÖVP) als Pappfiguren durch die Gegend trugen: An Aufbruchsstimmung mangelte es der Neo-Partei, die sich mit dem Liberalen Forum zusammengeschlossen hatte, nicht.

"Pink Revolution" lautete dementsprechend das Motto der Party, für die man sogar einen Kamerakran in die Aula gehievt hatte. Als Moderatorin fungierte die stellvertretende Bundesvorsitzende Beate Meinl-Reisinger, die noch einmal ausmachte, wogegen man auftrete: Stillstand. Das konnte Angelika Mlinar vom Liberalen Forum nur unterschreiben, weswegen man für die Wahl die "vernünftigen Kräfte" gebündelt habe. Man müsse die Regierungsmehrheit sprengen, denn: "Österreich wird dümmer, Österreich wird korrupter und Österreich wird weniger wettbewerbsfähig."

Sir Graham Watson als Stargast

Als "Stargast" hatten sich NEOS den Präsidenten der europäischen Liberalen, Sir Graham Watson, geholt. Dieser fühlte sich sogleich "inspiriert" von den "pink vibrations" und bestätigte auch gleich die immerwährende Nationalwahrheit "Tu felix Austria". Dennoch: "Für uns Liberale ist nicht die Bequemlichkeit der Maßstab. Wir wollen es besser machen", meinte Watson in perfektem Deutsch. "Entreißt Österreich der schwarz-roten Umklammerung", gab er als Auftrag mit.

Nach einem satirisch-pantomimischen Kurzfilm über die Regierungsarbeit sowie weiteren Wortspenden kam schließlich Spitzenkandidat Strolz selbst zum Zug. Dieser spielte in seiner Motivationsrede etwa Nenas "Wunder gescheh'n" ein und beschwor den Glauben, erstmals seit den Grünen als neue Partei ins Hohe Haus gewählt zu werden. Nicht mehr akzeptabel seien etwa Zustände wie beim Lehrerdienstrecht oder Schuldenmacherei, mit all den Korruptionsfällen stehe Österreich zudem an der Wand. Seine Mission mit NEOS: "Wir wollen in diesen düsteren Ort Politik Lebendigkeit hineinbringen."

Zu einem eher ungewöhnlichen Vergleich griff der während seiner Rede ständig in Bewegung bleibende Motivator Strolz gegen Ende seiner Show, die er mit projizierten Bildern als Metaphern untermalte. Es gehe darum, Chancen wachsen zu lassen, wie etwa Zapfen bei Nadelbäumen. Darum, so der Vorarlberger: "Wir sind das Zapferl gegen Stillstand."