Erstellt am 29. September 2013, 19:03

Nicht viele Koalitionen nach Wahl möglich. Die Nationalratswähler haben den Regierungsverhandlern nicht viel Spielraum gelassen.

Die einzigen beiden realistischen Varianten mit der nötigen Mehrheit der 183 Abgeordneten sind die Fortsetzung der SP-VP-Koalition oder die Dreier-Variante Schwarz-Blau-Stronach. Für die Grünen oder die NEOS gibt es nur eine recht theoretische Möglichkeit, in die Regierung zu kommen: Wenn SPÖ und ÖVP trotz Mehrheit eine Dreierkoalition bilden.

Denn andere Dreier-Varianten (und schon gar nicht Zweier-Varianten) mit den Grünen - die ja mit der FPÖ keine Koalition eingehen würden - gehen sich nicht aus. So kommt Rot-Grün-NEOS laut den Hochrechnungen nur auf 85 Mandate. Auch die NEOS haben eine Zusammenarbeit mit der FPÖ ausgeschlossen und somit neben der Rolle des "Beiwagerls" zur Großen Koalition keine Chancen.

Rot-Schwarz wäre mit zusammen - laut Hochrechnungen - 99 Mandaten zwar weniger gut als bisher (108 Abgeordnete), aber immer noch ziemlich gut ausgestattet. Die Dreiervariante ÖVP-FPÖ-Stronach hätte nur ein Mandat weniger, ist also auch eine realistische und offenbar von manchen VP-Landeschefs auch in Erwägung gezogene Möglichkeit.

Mit ihren Verlusten an Stimmen und Mandaten haben SPÖ und ÖVP nun auch nur mehr eine Möglichkeit einer Zweierkoalition, nämlich der miteinander. Weder Schwarz-Blau noch (das von der SPÖ ohnehin ausgeschlossene) Rot-Blau ginge sich aus - und Rot-Grün bzw. Schwarz-Grün somit schon gar nicht mehr.

Für die einfache Mehrheit im Nationalrat sind 92 der 183 Mandate nötig, bis zur Wahlrechtsreform 1971 waren es 83 von 165. Mit 122 Mandaten (bis 1970 110) ist die Zwei-Drittel-Mehrheit gegeben, die für Verfassungsänderungen nötig ist. Auf diese konnte sich die Große Koalition die längste Zeit stützen.