Erstellt am 29. September 2013, 08:28

Österreicher wählen neuen Nationalrat. Fast 6,4 Millionen Österreicher sind am Sonntag zur Wahl des Nationalrats für die kommenden fünf Jahre aufgerufen.

Um die 183 Mandate im Nationalrat bewerben sich österreichweit neun Parteien - die bisherigen Parlamentsparteien SPÖ, ÖVP, FPÖ, Grüne, BZÖ und Team Stronach sowie die NEOS, die KPÖ und die Piraten. Fünf weitere Parteien treten in einzelnen Bundesländern an.

Seit 8.00 Uhr haben fast alle der gut 11.000 Wahllokale für die heutige Nationalratswahl geöffnet. Geht es nach dem Wetter, müsste es eine recht hohe Wahlbeteiligung geben. Denn laut einer Statistik der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) gehen an Schlechtwettertagen eher mehr Wahlberechtigte zu den Urnen als bei Sonnenschein. Und die Prognose lässt einen eher trüben und kühlen Wahltag erwarten. Seit 1994 jedenfalls gilt, dass bei Nationalratswahlen jede Sonnenstunde am Wahltag die Wahlbeteiligung um 0,6 Prozentpunkte verringert hat, wie die ZAMG berechnete.

Wahllokale schließen um 17 Uhr

Die Wahlberechtigten haben bis zum Nachmittag Zeit für ihre Stimmabgabe, die letzten Wahllokale schließen um 17.00 Uhr, in Wien haben alle so lange geöffnet. Ab dann werden erste Hochrechnungen veröffentlicht. Mit dem vorläufigen Endergebnis ist zwischen 19.30 Uhr und 20 Uhr zu rechnen. Nicht ausgezählt werden am Wahlsonntag die Briefwahlstimmen sowie die Wahlkarten aus fremden Wahlkreisen. Erstere werden am Montag ausgewertet, die Wahlkarten am Donnerstag.

Wahlziel der SPÖ mit Kanzler Faymann an der Spitze ist es, den ersten Platz zu verteidigen. 2008 war dies mit 29,3 Prozent gelungen. ÖVP-Chef Vizekanzler Spindelegger möchte Erster und Bundeskanzler werden. 2006 landete die Volkspartei mit 26,0 Prozent deutlich hinter der SPÖ. Auch FPÖ-Chef Strache hat sich selbst zum Kanzlerkandidaten erklärt, er will mehr als 20 oder gar "Richtung 30 Prozent" der Stimmen - jedenfalls deutlich mehr als die 17,5 Prozent bei der vorigen Wahl. Auf einen großen Stimmenzuwachs hofft auch Grünen-Spitzenkandidatin Glawischnig mit "15 Prozent plus" nach den 10,4 Prozent des Jahres 2008.

Scheitern Neos und BZÖ an 4-Prozent-Hürde?

Die spannende Frage ist, ob NEOS und BZÖ die Vier-Prozent-Hürde schaffen - auch im Hinblick auf die Regierungsbildung. Denn wenn es beide in den Nationalrat schaffen, ist es unwahrscheinlich, dass SPÖ und ÖVP wieder eine Mandatsmehrheit haben. 2008 überholte das BZÖ mit Jörg Haider an der Spitze mit 10,7 Prozent sogar noch knapp die Grünen, heuer muss Josef Bucher um den Verbleib im Nationalrat zittern. Erst rund ein Jahr alt sind die NEOS von Matthias Strolz; sie hoffen, gemeinsam mit dem LIF den Nationalrat zu erobern.

Erstmals der Wahl stellt sich auch die ebenfalls ein Jahr alte Partei Frank Stronachs; sie war dank Überläufern aus dem BZÖ allerdings schon im Parlament vertreten. Das Team Stronach hielt zuletzt fünf Mandate, das BZÖ nur mehr zwölf der 21 bei der Wahl eroberten, die FPÖ 38, die ÖVP 51 und die SPÖ 57. So gut wie keine Chancen auf den Einzug in den Nationalrat haben laut den Umfragen die KPÖ, die Piraten sowie die Parteien, die nicht in allen Bundesländern antreten.