Erstellt am 29. September 2013, 17:56

ÖVP-Minister stärken Spindelegger den Rücken. Nach Bekanntgabe der ersten Hochrechnung haben die ÖVP-Minister im Festzelt bei der Zentrale ihren Obmann Michael Spindelegger den Rücken gestärkt.

Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner etwa sah in ihm freilich den richtigen Spitzenkandidaten, Agrarminister Nikolaus Berlakovich ebenfalls einen hervorragenden Kandidaten. Justizministerin Beatrix Karl wertete die ersten Zahlen als Zeichen, dass die Menschen nun eine echte Reformregierung erwarten.

Auf die Journalistenfrage, ob das Wahlziel verfehlt wurde, meinte Mitterlehner, die ÖVP habe einen respektablen Wahlkampf geführt. Es habe eine gute Mobilisierung stattgefunden, mit dem Ergebnis werde man sich in den Gremien beschäftigen müssen. Eine Obmanndebatte lehnt er ab, die ÖVP habe mit Spindelegger den richtigen Spitzenkandidaten gehabt.

Beatrix Karl wertete das Ergebnis als Zeichen, dass die Menschen eine echte Reformregierung erwarten. Man müsse es ernst nehmen und genau anschauen: "Ich deute das Signal so, dass Reformen anzugehen sind." Über mögliche Koalitionsvarianten nachzudenken, sei zu früh. Zum steirischen Ergebnis meinte sie gegenüber der APA, man müsse berücksichtigen, dass das Team Stronach im Vergleich zu anderen Bundesländern in der Steiermark sehr stark ist und vom BZÖ seien offenbar stimmen zurück zur FPÖ gegangen. Als Ohrfeige für die sogenannte Reformpartnerschaft werte sie das Ergebnis in der Steiermark nicht: "Ich war landauf, landab unterwegs und nur ein Bürger sprach mich darauf an."

Agrarminister Nikolaus Berlakovich meinte, dass das ÖVP-Ziel "Kanzlerwechsel" ein sehr ehrgeiziges gewesen sei: "Erfreulich ist lediglich, dass die SPÖ mehr verloren hat." Es habe sich gezeigt, dass die Arbeit der Regierung nicht angekommen sei. Er wolle jetzt das Endergebnis abwarten, Spindelegger war für ihn jedenfalls ein "hervorragender Kandidat". Seine persönliche Zukunft sei heute am Wahlabend nicht das Thema. Er würde jedenfalls weiter zur Verfügung stehen.

Auch für EU-Kommissar Johannes Hahn war der Parteichef der richtige Kandidat. Aus seiner Sicht begegnen sich SPÖ und ÖVP auf Augenhöhe.

Auch für Seniorenbund-Obmann Andreas Khol hat Spindelegger "seine Sache ausgezeichnet gemacht", und seine volle Unterstützung: "Wir haben in ihm einen sehr guten Obmann". Über Koalitionsvarianten zu spekulieren sei jetzt zu früh. Zum steirischen Ergebnis meinte Khol, wenn die Gemeinden und die Bürgermeister dagegen sind und man als einziges Bundesland den Pflegeregress habe, habe man die Menschen übersehen.

Die Stimmung im Festzelt vor der Parteizentrale war verhalten. Finanzministerin Maria Fekter wollte sich auch nach Vorliegen der ersten Hochrechnung noch nicht äußern.