Erstellt am 29. September 2013, 16:55

ÖVP will keine Obmann-Debatte. Vor der ÖVP-Zentrale in der Lichtenfelsgasse in Wien hat am Sonntagnachmittag reges Treiben der Journalisten geherrscht. Von der Parteispitze war noch niemand zu sehen.

VP-Bundesparteiobmann Michael Spindelegger und Sohn Patrick  |  NOEN, APA
Seniorenbundobmann Andreas Khol schloss bei seinem Eintreffen einen Wechsel an der Parteispitze aus. Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner will noch das Ergebnis abwarten. Auf die Frage nach einer Obmann-Debatte erklärte er: "Sie werden bestimmt eine führen", meinte er zu den Journalisten. "Wir nicht."

Khol geht davon aus, dass Parteichef Michael Spindelegger und Generalsekretär Hannes Rauch von der Partei voll bestätigt werden, denn sie haben "gute Arbeit" geleistet. Er wolle zwar erste Ergebnisse abwarten, einen personellen Wechsel an der Spitze "schließe ich aus", so der Seniorenbund-Obmann. Er räumte ein, dass der Wahlkampfstart "holprig" gewesen sei.

Der Wirtschaftsminister hatte bei seinem Eintreffen "ein gutes Gefühl". Eine Obmann-Debatte werde man nicht führen, erklärte Mitterlehner. Frauenchefin Dorothea Schittenhelm wollte sich gegenüber der APA noch nicht äußern. Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich sprach lediglich von einem "spannenden Wahltag" und stürmte in die Parteizentrale.

Der frühere ÖVP-Minister Werner Fasslabend räumte ebenfalls ein, dass es immer jemanden geben werde, der Kritik am Wahlkampf übt. Seiner Erfahrung nach sei aber einer der professionellsten Wahlkämpfe geführt worden. Es seien viele Gruppierungen angetreten und es gehe um die relative Stärke. Aus der zweiten Position heraus hole die ÖVP ein gutes Ergebnis heraus. Spindelegger solle "absolut nicht zurücktreten", sah Fasslabend ein "ganz hervorragendes Ergebnis". Gefragt nach der Oppositionsrolle, meinte Fasslabend, man müsse alle Möglichkeiten diskutieren, seiner Meinung nach werde die ÖVP aber eindeutig den zweiten Platz erreichen. Fehler seien aus seiner Sicht keine gravierenden gemacht worden. Auch etwa über den "Abgesandelt"-Sager von Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl könne man immer diskutieren. Aber insgesamt erkennt er einen guten Wahlkampf. Aus dem Ergebnis könne man die politische Arbeit der Zukunft ableiten, so Fasslabend.