Erstellt am 01. Oktober 2013, 12:01

Personal-Poker im Land. Vorerst verliert das Burgenland einen Sitz im Nationalrat: Klikovits (ÖVP) muss gehen. Darabos, Berlakovich, Ostermayer und Niessl als Minister-Kandidaten.

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Von Wolfgang Millendorfer und Bettina Eder
 
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Die ÖVP verliert im Landessüden ihr Grundmandat. Das hatte bisher Franz Glaser inne, der schon vor der Wahl angekündigt hatte, in die Politpension zu gehen. Der ÖVP-Erstgereihte im Regionalwahlkreis, Nikolaus Berlakovich, kommt damit über die Landesliste ins Parlament und verdrängt den Siegendorfer Oswald Klikovits. 

Dessen Chance auf ein Mandat hängt nun an Berlakovichs Zukunft: Bleibt dieser Minister oder wirft das politische Handtuch komplett, dann nimmt Klikovits wieder im Nationalrat Platz. Silvia Grünberger (vormals Fuhrmann), die über die ÖVP-Bundesliste im Nationalrat saß, hat sich bereits in die Privatwirtschaft verabschiedet.

Einen neuen Burgenländer könnte es in Wien in absehbarer Zeit aber doch geben: Team-Stronach-Landesobmann Rouven Ertlschweiger könnte über die Bundesliste zu einem Mandat kommen. Er rückt im Falle eines Rückzugs von Stronach – von dem nicht anzunehmen ist, dass er eine ganze Periode im Parlament verbleibt – nach.

Das eigene hochgesteckte Ziel von 15 Prozent hat Ertlschweiger zwar nicht erreicht, dafür aber das drittbeste Österreich-Ergebnis. Nicht zuletzt deshalb wird spekuliert, dass der Pöttschinger für höhere Weihen im Team Stronach bestimmt sein könnte. 

Wie im Fall der grünen Nationalrätin Christiane Brunner bleibt auch bei FPÖ-Bundesvize Norbert Hofer alles beim Alten – mit dem Zusatz, dass dieser als Kandidat für den Sessel des Dritten Nationalratspräsidenten gilt.

SPÖ: Minister-Chancen und lachender Dritter?

Alles beim Alten bleibt bei der SPÖ nur aus derzeitiger Sicht, denn hier gibt es gleich mehrere Rochade-Varianten. Neben Erwin Preiner zieht auch Norbert Darabos in den Nationalrat ein. Dass er anstelle des Regionalmandates das Bundesmandat annehmen könnte, hat Darabos am Montag gegenüber der BVZ verneint. Interessant wäre diese Möglichkeit für den Südburgenländer Christian Drobits gewesen, der auf Platz zwei der Regionalliste einen Vorzugsstimmen-Wahlkampf geführt hat.

Drobits könnte aber ins Parlament nachrücken: Denn Darabos wird derzeit nicht nur als möglicher SPÖ-Klubchef gehandelt, sondern auch als Minister. Und da kommen noch zwei Burgenländer ins Spiel: Die Namen von Staatssekretär Josef Ostermayer und Landeschef Hans Niessl sind nach dem Abgang von Bildungsministerin Claudia Schmied bereits als Nachfolgekandidaten gefallen.