Erstellt am 29. September 2013, 17:01

Regierung verliert, NEOS überrascht. Die ersten Hochrechnungen zur Nationalratswahl 2013 liegen vor. Die Koalition kann die Mehrheit behalten.

SPÖ: 27,1 %
OVP: 23,8 %
FPÖ: 21,4 %
Grüne: 11,5 %
TS: 5,8 %
NEOS: 4,8 %
BZÖ: 3,6 %



Koalitionsmehrheit hält trotz rot-schwarzer Verluste

Die Nationalratswahl ist geschlagen und sie ist ohne Sensation zu Ende gegangen. Die SPÖ hielt Platz eins, recht knapp vor der ÖVP. Die Freiheitlichen legten wie die Grünen zu, die FPÖ freilich deutlich mehr. Das Team Stronach und - als einzige echte Überraschung - die NEOS schafften gleich beim ersten Antritt den Einzug in den Nationalrat. Das BZÖ scheidet dagegen aus. Die Wahlbeteiligung dürfte mit rund 74 Prozent (inklusive Briefwahl) leicht zurückgehen.

Das vorläufige amtliche Endergebnis sieht folgendermaßen aus: Die SPÖ holte 27,1, die ÖVP 23,8 Prozent, was für beide einen Verlust von 2,2 Prozentpunkten bedeutet. Die Freiheitlichen legten um 3,9 Punkte auf 21,4 Prozent zu, die Grünen gewannen einen Prozentpunkt auf 11,5 Prozent zu. Team Stronach und NEOS schafften beim ersten Antritt 5,8 bzw. 4,8 Prozent, das BZÖ scheiterte mit 3,6 Prozent. Gewisse Änderungen könnten noch durch die Briefwahlstimmen entstehen, die am Montag und zu einem kleineren Teil am Donnerstag ausgezählt werden.

Als logische Koalitionsoptionen hinterlässt der Wählerwille zwei, entweder die Fortsetzung von Rot-Schwarz, um die von der SPÖ bereits am Wahlabend geworben wurde, oder eine Zusammenarbeit von ÖVP, Freiheitlichen und Team Stronach. Allenfalls ginge auch schwarz-blau-pink, wenn sich die NEOS ihr schon vor der Wahl ausgesprochenes Nein zu einer Koalition mit den Freiheitlichen noch einmal überlegen.




NEOS schaffen Einzug in den Nationalrat

Während das BZÖ mit 3,6 Prozent (minus 7,1) an der Vierprozenthürde scheitern dürfte, sorgen die NEOS für die Überraschung des Abends: Die neue liberale Partei dürfte mit 4,6 Prozent in den Nationalrat einzeihen. Entsprechend euphorisch reagierte Parteichef Matthias Strolz: "Ein Jahrhundertprojekt ist gelungen", freute sich Parteichef Matthias Strolz.

Jubelstimmung bei der FPÖ

Parteichef Heinz-Christian Strache sei "der Wahlsieger des Abends", sagte Generalsekretär Harald Vilimsky. "Es ist eine Absage an die EU-Hörigkeit der ÖVP", meinte Vilimsky in Richtung Volkspartei, die in den ersten Hochrechnungen nur wenige Prozentpunkte vor den Freiheitlichen rangierte.

Faymann: Rot-Schwarz

Kanzler Faymann versicherte, er werde eine "stabile Regierung ohne die FPÖ" bilden, was nichts Anderes als Rot-Schwarz bedeutet. Auch sämtliche anderen Granden der Sozialdemokraten sprachen sich für eine Fortsetzung der Koalition aus.

Zufriedene Reaktionen aus der ÖVP

Sowohl Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner als auch Seniorenbund-Obmann Andreas Khol schlossen eine Obmanndebatte aus. Sowohl Parteichef Michael Spindelegger als auch Generalsekretär Hannes Rauch hätten "gute Arbeit" geleistet, so Khol. Landeshauptmann Erwin Pröll plädierte deutlich für Rot-Schwarz, allerdings mit neuer Devise: "Weg von Zank und Hader hin zu partnerschaftlicher Regierungsarbeit".

Grüne sehen Ergebnis positiv

Grünen-Geschäftsführer Stefan Wallner sah das Ergebnis seiner Partei trotz des verfehlten Wahlzieles mit einem "großen lachenden Auge". Die Grünen hätten flächendeckend dazugewonnen, sagte Wallner vor Journalisten im bereits gut gefüllten Wahlzentrum der Grünen im Wiener Museumsquartier. "Es ist ein großer Vertrauensbonus, der österreichweit den Grünen entgegengebracht worden ist."

Angespannte Stimmung beim BZÖ

Am Vormittag hatte sich Spitzenkandidat Josef Bucher noch zuversichtlich gezeigt. "Ich habe mir noch keine Gedanken über eine Zukunft ohne Politik gemacht", sagte er bei seiner Stimmabgabe in Kärnten. Angesichts der nun vorliegenden Hochrechnungen, die die Partei nicht mehr im Nationalrat sehen, war am Nachmittag keine offizielle Stellungnahme der Partei zu erhalten.

Team Stronach sieht "großen Erfolg"

Für Team Stronach-Klubobmann Robert Lugar sind die ersten Hochrechnungen "ein großer Erfolg", obwohl das Team Stronach in den Hochrechnungen nur bei rund sechs Prozent liegt. Das Team Stronach habe sich mehr als verdoppelt, so Lugar: "Die Tür ist jetzt offen, wir können jetzt neue Ideen ins Parlament bringen."