Erstellt am 22. August 2014, 13:41

Technik hat laut Studie Einfluss auf Sprache. 58 Prozent der Österreicher meinen, dass die Technik den größten Einfluss auf die Sprache ausübt, gefolgt von Jugendlichen beziehungsweise Jugendkultur.

Als dritter Einflussfaktor werden Medien genannt. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen "Social Impact Studie" des Mobilfunkanbieters A1 und des Marktforschungsinstituts GfK Austria, die am Freitag in Wien präsentiert wurde.

Insgesamt nutzen laut der Erhebung 72 Prozent der Österreicher ein Smartphone, bei den unter 29-Jährigen sind es 89 Prozent. Während die Handynutzung allgemein zu zwei Dritteln für mündliche und zu einem Drittel für schriftliche Kommunikation genutzt wird, hat sich dieses Verhältnis laut Studie bei den Jugendlichen bereits umgedreht. 66,6 Prozent kommunizieren schriftlich, der Anteil der mündlichen Kommunikation per Handy liegt bei den jungen Nutzern bei 33,4 Prozent.

Sprechweise stark verändert

"Sie tippen anstelle zu telefonieren", sagte A1-Generaldirektor Hannes Ametsreiter. Auch in Bezug auf die Rechtschreibung zeigen sich unter 24-Jährige toleranter. 60 Prozent der Jugendlichen halten Tippfehler für zulässig, bei den über 55-Jährigen sind es nur 29 Prozent. Insgesamt wird vorwiegend in öffentlichen Verkehrsmitteln getextet, gefolgt von privaten Verabredungen und Unternehmungen mit Freunden.

Fernsehen und Medien (20 Prozent), gefolgt von Internet mit 17 Prozent und SMS mit 14 Prozent gelten bei den österreichischen Handynutzern als Technikformen, die die Sprache beeinflussen. "Das ist nicht weiter verwunderlich, wenn man sich überlegt, wie viele neue Begriffe wir in diesem Bereich in den letzten Jahren lernen mussten", erklärte Rudolf Bretschneider von der GfK Austria. Vor allem die Jugend nimmt die Veränderung in der eigenen Sprache deutlich wahr: So geben 47 Prozent der jungen Nutzer bis 24 Jahren an, dass sich ihre Sprechweise stark verändere, während dies nur bei 18 Prozent der älteren Nutzer ab 55 Jahren der Fall ist.

Technikbedingte Sprachveränderungen werden eher ambivalent aufgenommen. "58 Prozent meinen: Sowohl, als auch - eine typisch österreichische Antwort", meinte Bretschneider. Positiv wird vor allem die Erweiterung des Wortschatzes, die damit verbundene Globalisierung und Modernisierung bewertet. Unter den negativen Argumenten führen Anglizismen (die bei den positiven Begründungen immerhin auf Platz vier zu finden sind) gemeinsam mit der Angst, der österreichische Dialekt ginge verloren. An dritter Stelle steht die vermehrte Verwendung des bundesdeutschen Sprachstiles.

Erreichbarkeit nicht um jeden Preis

Auch in der Erreichbarkeit der Nutzer zeigen sich laut Studie Veränderungen. Während es 1999, im ersten Durchgang der "Social Impact Studie", noch 85 Prozent für wichtig hielten, jederzeit erreichbar zu sein, meinen das heute nur noch 69 Prozent. Gleichzeitig geht die Zeit, in der Handys ausgeschaltet werden zurück. "Lautlos ist das neue Abschalten", sagte Ametsreiter. Während Telefone im Jahr 2002 wochentags für durchschnittlich 1,9 Stunden auf lautlos gestellt wurden, sind es heute bereits 5,2 Stunden. Abgeschalten werden Handys nur noch 3,1 Stunden am Tag - 2002 waren es im Schnitt noch 5,3 Stunden.

Für die Studie wurden im Zeitraum von 10. Juli bis 18. Juli 2014 österreichweit 1.000 Handynutzer ab zwölf Jahren befragt. Die Erhebung wird seit 1999 regelmäßig durchgeführt.