Erstellt am 06. September 2013, 09:57

Spindelegger und Bucher kämpften um den Mittelstand. Der Mittelstand sowie die kleinen und mittleren Unternehmen sind der Wählerteich, in dem ÖVP-Chef Spindelegger und BZÖ-Obmann Bucher am Donnerstagabend bei der TV-Konfrontation gefischt haben.

Die Diskussion zwischen den beiden verlief halbwegs ruhig, bis das Hypo-Desaster um die Kärntner Hypo Bank auf den Tisch kam. Der heutige BZÖ-Chef will damit nichts zu tun haben.

Spindelegger forderte Bucher lautstark auf, sich "wenigstens" zur Verantwortung zu bekennen, das tut Bucher jedoch nicht. Viel eher sei es so, dass das Bündnis einen U-Ausschuss zur Aufklärung gefordert habe, erklärte er.

Heftiger Schlagabtausch zum Thema Hypo

Zu dem Thema folgte ein heftiges Wortgefecht. Bucher erklärte, man habe damit "nichts zu tun" und kritisierte, dass die ÖVP im Nationalrat mehrere Male gegen einen Untersuchungsausschuss zu der Causa gestimmt habe.
 
"Das Schlamassel haben mehrere zu verantworten. Ich möchte das aufgeklärt haben", betonte der BZÖ-Obmann. Spindelegger replizierte: "Wer hat die 20 Milliarden Euro Haftungen unterschrieben?", dies sei der verstorbene Kärntner Landeshauptmann und BZÖ-Gründer Jörg Haider gewesen.

Dass Bucher damit nun nichts zu tun haben will, sei "unglaublich": "Wir Österreicher müssen das jetzt ausbaden? Dann bekennen sie sich wenigstens dazu. Das ist unglaublich was Sie da aufführen. Das lasse ich mir nicht gefallen."

Spindelegger will "Entfesselung" der Wirtschaft

Die Spitzenkandidaten bekräftigten ihre Positionen im Wahlkampf, so erklärte Bucher etwa: "Wir sind eine Partei, die den modernen Mittelstand vertritt. Die ÖVP vertritt hingegen zusehends die Banken und Konzerne." Spindelegger betonte einmal mehr, es brauche eine Entfesselung der Wirtschaft und vor allem der Bürokratie: "Das hat nichts mit Konzernen zu tun."
 
Spindelegger lud Unternehmer abermals ein, ihm die "wettbewerbsfeindlichsten Vorschriften" zu melden. Dies nahm Bucher gleich zum Anlass, ihm seine Vorschläge zu unterbreiten. Die Firmen würden keine Kredite von den Banken bekommen, die Steuern seien zu hoch und die Bürokratie sei "enorm": "Das alles ist ein Giftcocktail für die Wirtschaft."
 
Thematisiert wurde auch die zuletzt zwischen den Koalitionsparteien heftig diskutierte Arbeitszeitflexibilität. Die ÖVP tritt hier für die Schaffung eines Zeitwertkontos ein. Das BZÖ hält von diesem Vorschlag "gar nichts".