Erstellt am 03. September 2013, 21:52

Spindelegger und Stronach im Wirtschaftswettstreit. Ein eher zurückhaltendes Geplänkel um Fragen der Wirtschaftskompetenz haben sich ÖVP-Obmann Michael Spindelegger und Parteigründer Frank Stronach am Dienstagabend in ihrem ORF-TV-Duell zur Nationalratswahl geliefert.

Während Spindelegger erneut die Entfesselung der Wirtschaft predigte, warf Stronach ihm hohe Schulden und die Mitverantwortung für überbordende Bürokratie in Österreich vor. Stronach warf dem Vizekanzler vor, die Wirtschaft eher gefesselt zu haben. Dass Österreich hier "abgesandelt" sei, sage ihm der Verstand, so der Austrokanadier. Die ÖVP sei seit 27 Jahren Teil der Regierung, in dieser Zeit hätten sich die Staatsschulden verfünffacht, "das System erdrückt die Leute hier". Und weil die Volkspartei daran festhalte, schloss Stronach sie auch als Koalitionspartner aus.

Spindelegger verwies dagegen auf Errungenschaften wie die Schuldenbremse und das Ziel, 2016 wieder ein ausgeglichenes Budget zu erreichen. Und während der ehemalige Magna-Chef die ÖVP als Bankenpartei ohne Prinzipien abgetan hatte, die er nie in seinem Leben gewählt habe, präsentierte sie Spindelegger als "soziale Integrationspartei" und "Partei der Leistungsträger, egal, wo sie herkommen".

Rettung der Kärntner Hypo Alpe Adria verteidigt

Der ÖVP-Obmann verteidigte auch die Rettung der Kärntner Hypo Alpe Adria. Stronach hätte die Hypo dagegen pleitegehen lassen, denn sie war aus seiner Sicht nicht systemnotwendig.

Außenpolitische Themen versuchte Stronach zu umschiffen, ließ sich dann aber doch eine Befürwortung eines Militäreinsatzes in Syrien herauslocken. Man sollte einschreiten, "wenn Leute vergast wurden", meinte er. Zur Neutralität äußerte er sich distanziert, sie würde Österreich nicht helfen, sollten etwa die Chinesen einmarschieren. "Ich glaube, der Herr Stronach sollte lieber bei der Wirtschaft bleiben", so der Kommentar Spindeleggers, der weiter auf ein UNO-Mandat für einen Syrien-Einsatz pochte.