Erstellt am 13. September 2013, 11:24

SPÖ-ÖVP-Mandatsmehrheit laut Experten ziemlich fix. SPÖ und ÖVP werden laut Experten-Meinung mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit nach der Nationalratswahl am 29. September weiterhin eine Mandatsmehrheit haben – wenn auch eine kleinere als jetzt.

Ein Verlust der Mehrheit der Nationalratssitze für Rot und Schwarz ist laut Meinungsforschern zwar nicht gänzlich ausgeschlossen, wäre aber doch eine Sensation, wie ein Rundruf ergab.

Sowohl Wolfgang Bachmayer (OGM) als auch Peter Hajek (Public Opinion Strategies) und Herbert Pfarrhofer (market) erwarten, dass sich für die beiden Regierungsparteien nach der Wahl erneut eine Mandatsmehrheit ausgehen wird - bei den prozentuellen Mehrheiten könnte es hingegen knapp werden.

Mandate könnten "billiger" werden

Für Pfarrhofer wäre es "aus heutiger Sicht eine Riesenüberraschung", würden SPÖ und ÖVP die Mandatsmehrheit verlieren. Auch Bachmayer ist dieser Ansicht; gänzlich ausschließen wollte er ein solches Szenario aber nicht: "Es kann schon passieren."

Der OGM-Chef verwies darauf, dass auch das Abschneiden der kleineren Parteien in dieser Frage von Bedeutung ist. Schaffen es etwa NEOS und BZÖ nur knapp nicht über die für den Einzug in den Nationalrat notwendige Vier-Prozent-Hürde, so werden die Mandate für die übrigen Parteien "billiger". Sprich: Auch mit etwas unter 50 Prozent an Stimmen könnten Rot und Schwarz gemeinsam eine deutliche Mandatsmehrheit erringen.

Große Koalition nicht (mehr) besonders beliebt

Das selbe Prinzip gilt aber auch mit umgekehrten Vorzeichen: Sollte es eine der beiden "Kleinen" in den Nationalrat schaffen, dann wird eine Rot-Schwarze Mandatsmehrheit vermutlich knapp; schaffen es BZÖ und NEOS (entgegen allen derzeitigen Erwartungen) beide ins Parlament, dann dürfte die Mehrheit für SPÖ und ÖVP "sicher weg" sein, so Bachmayer.

Beliebt ist die Große Koalition jedenfalls nicht besonders, so Hajek. Er verweist auf eine Befragungswelle aus dem Juni (700er Sample), wonach sich nur mehr 20 Prozent der Wähler für eine SPÖ-ÖVP-Koalition aussprechen.

"Das zeigt, dass die Große Koalition nicht mehr gewollt ist", so der Experte – denn in früheren Jahren wäre diese Variante für mehr als die Hälfte der Österreicher die Wunsch-Koalition gewesen.

In einer OGM-Umfrage von Anfang September hatte die Große Koalition etwas mehr Zustimmung, nämlich 29 Prozent. Aber immerhin schon 26 Prozent wären für SPÖ-ÖVP-Grüne eingetreten und 17 Prozent für ÖVP-FPÖ-Stronach; 28 Prozent waren demnach noch unentschlossen.