Erstellt am 07. September 2013, 13:46

Stadl Brat'l mit viel FPÖ-"Nächstenliebe" in Ried. Vorwiegend auf sicherem Terrain bewegt sich FPÖ-Spitzenkandidat Strache im Wahlkampf. Der traditionelle "Politische Frühschoppen" auf der Rieder Messe zählte mehr denn je zum Pflichttermin. Zwischen Traktoren, Melktechnik und Düngemitteln füllten die Freiheitlichen mühelos das Festzelt - und bekamen zu Rieder Bier und "Stadl Brat'l" eine gehörige Portion "Nächstenliebe" von Strache serviert.

Ganz blau war zumindest das Festzelt am Vormittag. Nicht die von der FPÖ abonnierte John Otti Band, sondern die lokalen Unterhalter "SRS" heizten die Stimmung an: Seer, Gabalier, Fendrich wurden großzügig interpretiert. "Wir bleiben in Österreich!", wurde zu Peter Cornelius übergeleitet.

Die Zunge sitzt bei Strache vorbereitet locker, der Schmäh rennt wahlkampfgemäß auf Kosten der Gegner und zielt oft auf Äußerlichkeiten ab, wie auf die Figur des Wiener Bürgermeisters Häupl, dem im Gegensatz zu Facebook-Model Strache keine Badehose mehr passe. "Das Einzige, das bei Werner Faymann hält, ist die Frisur", lautet ein weiterer Kalauer.

Dennoch zieht vorrangig ein Thema: "Ja, ich bin ein Inländerfreund, aber kein Ausländerfeind", beteuert Strache zuerst und erntet dafür noch eher verhaltenen Applaus. Erst als er unmissverständlich nachlegt, wer denn nun keine blaue "Nächstenliebe" verdient hat, ist das Publikum im Zelt nicht mehr zu bremsen. "Was wir nicht wollen ist ein Import an Asylbetrügern, ausländischen Kriminellen oder radikalen Islamisten." Spott gibt es für Stronach, der die Todesstrafe für "Berufskiller" gefordert hatte: "Berufskiller bitte aufzeigen! Wo, bitte, sind sie?"