Erstellt am 14. August 2013, 14:39

Strache verteidigte Verwendung von "Nächstenliebe". FPÖ-Spitzenkandidat Heinz Christian Strache hat die Verwendung des Wortes "Nächstenliebe" im Wahlkampf verteidigt.

"Manche glauben, sie haben den Begriff gepachtet", sagte der Parteichef am Mittwoch bei der Präsentation des "inländerfreundlichen" Wahlprogramms der Freiheitlichen. Vom Wunsch von Kardinal Schönborn nach einer "Abrüstung der Worte" in der Politik fühlt sich die FPÖ zudem nicht angesprochen.

Reaktion auf Kritik der evangelischen Kirche

"Wir führen keine theologische Debatte", reagierte Strache vor allem auf Kritik der evangelischen Kirche. Es gehe nicht darum, wer den Begriff der Nächstenliebe als erstes verwendet habe - "ob das der Sokrates war oder der Buddha oder der Jesus". Niemand habe die Deutungshoheit.

Von Schönborns Wunsch bei einem islamischen Iftar-Essen im Bundeskanzleramt sieht sich die FPÖ nicht angesprochen: "Wir als freiheitliche Partei fühlen uns nicht betroffen", meinte Generalsekretär Kickl. Vielmehr müssten jene gemeint sein, die nun die FPÖ aufgrund ihrer Kampagne kritisieren, wie etwa Vertreter der evangelischen Kirche in Österreich.

Von freiheitlicher "Nächstenliebe" ist dementsprechend auch das FPÖ-Wahlprogramm durchzogen, das in einer Auflage von 1,5 Mio. Stück im Wahlkampf verteilt werden soll.

Absage an Schwarz-Blau mit Stronach-Unterstützung

In zehn Themenblöcken werden Forderungen aufgestellt, die sich vor allem durch "inländerfreundliche" Politik - also strikterem Vorgehen bei Zuwanderung und Asyl - auszeichnen. So wird etwa die Einführung eines "zeitlich begrenzten Gastarbeitermodells samt Rückführungsmöglichkeit" propagiert.

Auch weitere bekannte Forderungen finden sich im Wahlprogramm der Freiheitlichen. Etwa ein Mindestlohn von 1.600 Euro, die Erhöhung der Familienbeihilfe, die Senkung der EU-Beiträge sowie eine Verschärfung des Strafrechts.

Eine mögliche schwarz-blaue Koalition nach der Wahl mit Unterstützung aus dem Team Stronach schließt Strache aus. Frank Stronach habe sich mit seiner Absage an eine Regierungsbeteiligung von selbst aus dem Spiel genommen.