Erstellt am 05. September 2013, 09:28

Stronach: Todesstrafe sei "persönliche Ansicht". Frank Stronach hat am Donnerstag trotz massiver Kritik an seiner Position zur Todesstrafe festgehalten, zugleich aber klargestellt, dass es sich um eine "persönliche" Ansicht handle.

Und diese sei nicht Teil des Parteiprogramms seiner Bewegung, betonte er in einer Aussendung. Überlegungen, dieses dahin gehend zu ändern, hatte er aber offenbar gehegt.

Rechte Hand Nachbaur ging zu Aussagen auf Distanz

Seine engste Mitarbeiterin und Listenzweite Kathrin Nachbaur distanzierte sich am Donnerstag klar, und auch die drei Landesobleute des Team Stronach, Elisabeth Kaufmann-Bruckberger (NÖ), Gerhard Köfer (Kärnten) und Hans Mayr (Salzburg), lehnen die Todesstrafe ab.

"Bei Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Gefährdung des Rechtsstaates und seiner Institutionen durch verbrecherische Organisationen, habe ich ein gewisses Verständnis für die Todesstrafe, aber das ist meine persönliche Ansicht", erklärte Frank Stronach.

Parteigründer: Nordamerika habe ihn vielleicht entsprechend geprägt

"Meine Einstellung hat vielleicht etwas damit zu tun, dass ich schon jahrzehntelang in Nordamerika lebe. Ich habe mit anderen führenden Personen im Team Stronach darüber gesprochen, sie teilen diese Ansicht nicht, daher kommt das selbstverständlich nicht ins Parteiprogramm", stellte der austro-kanadische Parteigründer fest.

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Stronach will Todesstrafe für Berufskiller

Parteichef Frank Stronach will die - 1950 in Österreich abgeschaffte - Todesstrafe wieder eingeführt haben - und zwar für "Berufskiller". Denn diese würden "die Rechtssicherheit gefährden", meinte er in einem Interview.

Von einer Millionärssteuer hält der austro-kanadische Milliardär wenig: "Zuerst soll man einmal eine Funktionärssteuer einführen", befand er.

Mit Forderung alleine auf weiter Flur

Gegenüber "Kinderschändern" sei man, befand Stronach, "ein bisschen zu weich. Da müssen strengere Strafen sein."

Die Todesstrafe will er aber eben nur für "Berufskiller" - doch auch damit steht er allein auf weiter Flur. Denn keine andere österreichische Partei tritt für die Wiedereinführung der Todesstrafe ein - auch nicht die FPÖ, wie Parteichef Strache im April vorigen Jahres klarstellte.

"Kinderschänder"-Strafen: Bodenseer musste zurückrudern

Damals gab es große Aufregung, weil der Tiroler Wirtschaftskammerpräsident und Wirtschaftsbundobmann Jürgen Bodenseer im sozialen Netzwerk Facebook über die Todesstrafe für Kinderschänder "in krassen Fällen" nachgedacht hatte.

Nach viel Kritik auch aus den eigenen Reihen und einem Rüffel durch ÖVP-Chef Spindelegger ruderte er aber wieder zurück.