Erstellt am 04. April 2014, 17:28

von Gerti Süss

Unterhaltung als Programmauftrag. Der ORF ließ untersuchen, welchen Mehrwert Unterhaltungssendungen haben können.

Im Bild: ORF Public Value-Beauftragter Klaus Unterberger, ORF-Fernsehdirektorin, Kathrin Zechner, Kommunikationswissenschafterin Gabriele Siegert, Schauspieler Cornelius Obonya.  |  NOEN, ORF/Günther Pichlkostner
„Unterhaltung dient der Realitätsbewältigung, ergo ist es Grundauftrag eines öffentlich-rechtlichen Senders“, erklärt ORF-Fernsehdirektorin Kathrin Zechner. Im Bereich der Satire könne Unterhaltung sogar wach rütteln, so Zechner. "Die Sendung Cop Stories kann zudem eine Debatte über Integration auslösen, und die Millionenshow dient auch der Wissensvermittlung", führt die Fernsehdirektorin weitere Beispiele für Unterhaltung mit Mehrwert an.

Information und Kultur nicht immer trennbar

Welche Rolle die Unterhaltungssendungen im Sinne des öffentlich-rechtlichen Auftrags spielt, ließ der ORF auch von der Schweizer Kommunikationswissenschafterin Gabriele Siegert untersuchen. Siegert erklärte, dass sich Unterhaltung nicht immer von Information und Kultur trennen ließe, was wiederum das Forschungsinteresse unterstreiche. Vielfach entstehe Qualität in der Unterhaltung durch Aktualität, gesellschaftliche Relevanz, aber auch durch inhaltliche Vielfalt. „Öffentlich-rechtliche Sender müssen hier bewusst ein Qualitätsvorbild sein. Das funktioniert oft nur in Nischen“, erklärt Siegert.

Teil des öffentlich-rechtlichen Auftrags

„Um dem hohen Qualitätsanspruch gerecht zu werden, brauchen wir ausreichend finanzielle Mittel. Denn jeder hat ein Recht auf Unterhaltung“, sagt Zechner.
Der ORF hat – so wie alle öffentlich-rechtlichen Sender in Europa – die Unterhaltung in seinem Programmauftrag verankert.