Erstellt am 20. September 2013, 13:05

Urnengang in einer Woche verspricht wenig Spannung. Der Wahlkampf geht in seine letzte Phase. In seiner vorletzten Woche brachte er zwar noch ein paar Aufreger - und mit FPÖ-Chef Strache einen zweiten (selbst ernannten) Herausforderer von Kanzler Faymann.

Dennoch hält sich die Spannung eine Woche vor der Nationalratswahl in Grenzen - ausgenommen das BZÖ und die NEOS, die hoffen, die in den Umfragen meist verfehlte Vier-Prozent-Hürde zu schaffen.

Aber kein einziger Meinungsforscher spricht heuer von einem "Kopf-an-Kopf-Rennen". Die Umfragen weisen seit längerem beständig die SPÖ klar auf Platz 1, dahinter die ÖVP, die FPÖ, die Grünen und das Team Stronach.

Nur wenige realistische Koalitionsmöglichkeiten

An möglichen Koalitionsvarianten kristallisierten sich eigentlich nur zwei heraus: Entweder wieder die Große Koalition (die seit Anfang 2007 am Ruder ist) oder eine Dreier-Variante von ÖVP, FPÖ und Team Stronach. Für Rot-Blau könnte es noch reichen, aber die SPÖ will nicht mit der FPÖ zusammenarbeiten. Schwarz-Blau alleine wird wohl keine Mehrheit haben - und Zweier-Kombinationen mit Grün auch nicht.

Rot-Schwarz-Grün würde sich wohl ausgehen, SPÖ und ÖVP zeigen aber wenig Neigung dazu. Und sie werden, wenn die Wahl nicht ganz anders ausgeht als die Meinungsforscher prognostizieren, auch zu Zweit mehr als die 92 für die Mehrheit nötigen Mandate haben - selbst wenn das BZÖ oder die NEOS die Vier-Prozent-Hürde nehmen.

Umfragewerte trotz Intensivwahlkampf kaum verändert

Auf die Umfragewerte hat sich der Intensivwahlkampf - der nicht nur auf der Straße und in Veranstaltungen, sondern auch in Fernsehen und Radio tobte - nicht sehr ausgewirkt. Die SPÖ blieb im Sonntagsfragen-Durchschnitt konstant etwas über 27 Prozent, die FPÖ bei an die 20, die Grünen an die 15 Prozent. Die ÖVP hat zuletzt ein wenig zugelegt, von über 23 auf über 24 Prozent, das Team Stronach fiel in Richtung sieben Prozent zurück.

Das mag an einem der Wahlkampf-Aufreger liegen - nämlich Frank Stronachs Plädoyer für die Todesstrafe für Berufskiller. Aufgefallen ist auch Faymann, mit einem kanzler-untypischen Schreiduell mit Strache im ORF.

Offenbarung der SP-Reformpläne ärgerte Regierungspartner

Dass die SPÖ zwei Wochen vor der Wahl ihre Steuerreformpläne detailliert ausformulierte, regte vor allem die ÖVP auf - und fügte dem wenig freundlichen Wahlgefecht der Koalitionspartner noch ein paar harsche Sager ("faules Wahlzuckerl" von VP-Chef Michael Spindelegger etwa) hinzu.

Die Oppositionsparteien versuchten es mit Sondersitzungen - die Grünen zum Thema Korruption, das Team Stronach zum Lehrerdienstrecht und die FPÖ zur Direkten Demokratie. Am nächsten Sonntag sind 6,384.296 Österreicher aufgerufen, die 183 Abgeordneten für die nächsten fünf Jahre zu wählen.