Erstellt am 12. September 2013, 21:48

Viel Einigkeit bei TV-Duell Stronach gegen Strache. Nicht gerade viele inhaltliche Unterschiede haben die TV-Zuseher der ORF-Konfrontation zwischen FPÖ-Obmann Strache und Parteigründer Stronach Donnerstagabend zu hören bekommen.

Weder in EU-Angelegenheiten noch bei der Frage von Privatisierungen, bei höheren Strafen für Sexualstraftäter oder in Sachen Gesundheitspolitik taten sich Gräben zwischen den Duellanten auf.

Stronach blieb in der Diskussion bei seinem Ja zur Todesstrafe für Berufskiller, Strache lehnte dies deutlich ab. Der FPÖ-Chef war der deutlich angriffigere der beiden Spitzenkandidaten.

Strache attackierte mit "Magna-Speisekarte"

Zwar gab es inhaltlich wenig wirklich Trennendes, doch versuchte sich der Obmann der Freiheitlichen in persönlichen Attacken auf Stronach, etwa in dem er mehrfach eine "Magna-Speisekarte" hochhielt, auf der ehemalige Politiker wie Franz Vranitzky oder Karl-Heinz Grasser abgebildet waren, die für den vom Milliardär gegründeten Konzern tätig waren. Damit versuchte Strache zu belegen, dass Stronach, der sich neuerlich als Nicht-Politiker schilderte, immer schon von der österreichischen Politik profitiert habe.

Auch dass der Parteigründer nur einen Teil seiner Steuern in Österreich entrichtet, ließ Strache nicht unerwähnt. Das Nutzen von "Steueroasen" etwa in der Schweiz hielt der FPÖ-Chef Stronach direkt vor und erwartete, dass dieser am Tag nach der Wahl schon wieder im Privatjet nach Kanada entschweben werde.

Gemeinsam gegen Euro, aber mit verschiedenen Vorschlägen

Ziemlich ähnlich sind die Positionen der Parteichefs in Sachen EU. Beide lehnten den Stabilisierungsmechanismus ESM ab und beide wollen den Euro in der derzeitigen Form nicht.

Stronach warb wieder für eine Unterscheidung zwischen Euros der unterschiedlichen Länder, Strache für den Nord-Euro. Komme dieser nicht zu Stande, sollten die nationalen Währungen zurückkehren. Weitere Themen, wo man nahe beieinander war: eine Entbürokratisierung der Sozialversicherung und im Wesentlichen ein Nein zu weiteren Privatisierungen.