Erstellt am 12. September 2013, 22:58

Wenig Sympathien im Duell Glawischnig-Bucher. Grüne und BZÖ werden sich wohl nicht in einer Dreierkoalition einfinden. Dies zeigte sich in der ORF-Konfrontation zwischen Grünen-Chefin Glawischnig und BZÖ-Chef Bucher.

Die Diskussion über Arbeitsmarkt, Schulden, Privatisierungen, Tempo 80 oder Patchworkfamilien verlief zwar unaufgeregt, doch zeigten die beiden Oppositionsvertreter wenig Sympathien für die Ideen des anderen.

"Korruptive Vorwürfe" verhindern gemeinsame Koalition

Glawischnig konfrontierte Bucher mehrfach mit dem Thema der Korruptionsvorwürfe und -prozesse - etwa der Causa Hypo oder dem laufenden Telekom-Verfahren. Und schloss eine Koalition mit den Orangen auch rundweg aus, wegen der "korruptiven Vorwürfe", die dazu geführt hätten, dass "so viel Vertrauen bei den Wählern verloren" gegangen sei.

Dies ließ sich Bucher nicht gefallen. Es gebe keine Verfahren gegen das BZÖ, "niemand vom BZÖ wird gerichtlich verfolgt, ich habe für Sauberkeit gesorgt", konterte er. Nur ehemalige BZÖ-Politiker würden strafrechtlich verfolgt.

Bucher-Vorwurf: Grüne würden Menschen wenig zutrauen

Und der BZÖ-Chef revanchierte sich mit dem Vorwurf, dass die Grünen immer versuchen würden, "in die Lebensfreiheit der Menschen einzugreifen", "Sie wollen immer nur Regeln und Auflagen und Vorschriften machen und trauen den Menschen immer weniger zu" - etwa mit der Forderung nach Tempo 80 auf Landstraßen.

Die verteidigte einerseits angesprochene Haltungen - wie jene zu Tempo 80 - und konterte andererseits ein wenig untergriffig. Sie hielt Bucher ein Taferl vor mit Männchen, von denen viele durchgestrichen waren - überschrieben mit "Demnächst - Bucher allein zu Haus". Also eine Anspielung darauf, dass dem BZÖ in dieser Legislaturperiode neun von 21 Abgeordneten abhanden gekommen sind.

Wenig inhaltliche Übereinstimmung zwischen Grün und Orange

Darauf ging Bucher nicht ein - aber er hielt Glawischnig noch einmal das "viele Vorschriften machen" vor, und zwar bei der Forderung der Grünen nach zwei Jahren Kindergartenpflicht. "Befreien Sie sich endlich von dieser Zwangsneurose", meinte er.

Insgesamt gab es wenig inhaltliche Übereinstimmung zwischen Grün und Orange. So vermisste Glawischnig den Umweltschutz im Wahlprogramm des BZÖ, Bucher Verständnis für die Nöte der Wirtschaft bei den Grünen.