Erstellt am 17. August 2013, 11:27

Zwölf-Stunden-Arbeitstag weiter SPÖ-ÖVP-Zankapfel. Das Wahlkampfthema "Zwölf-Stunden-Arbeitstag" ist auch am Samstag Zankapfel der Koalitionsparteien geblieben.

ÖVP-Innenministerin Mikl-Leitner versicherte, dass Wirtschaftsminister Mitterlehner nie generell zwölf Stunden Arbeit pro Tag gefordert habe, sondern nur flexiblere Arbeitszeitmodelle. Die SPÖ attestierte dem Koalitionspartner daraufhin einen "Zick-Zack-Kurs".

Mikl-Leitner: "Propaganda der SPÖ"

Der Zwölf-Stunden-Arbeitstag sei "Propaganda der SPÖ und kein Plan der ÖVP", betonte Mikl-Leitner - und forderte die SPÖ auf, "die Angst- und Panikmache einzustellen". Sie erinnerte an die Forderung nach einem Zeitwertkonto.

Auf einem solchen sollten Arbeitnehmer Überstunden oder Zulagen - wie bei der Abfertigung neu in betrieblichen Vorsorgekassen - ansparen und später verbrauchen können, für Auszeiten, Kinderbetreuung, Ausbildung oder in persönlichen Notlagen.

Mikl-Leitner versicherte zwar, dass die ÖVP geschlossen für die von Mitterlehner geforderte Arbeitszeitflexibilisierung sei. Sozialminister Hundstorfer freute sich dennoch, dass sich "auch die ÖVP-Innenministerin nicht begeistert" zeige von der Forderung nach "Ausweitung auf einen Zwölf-Stunden-Arbeitstag".

Darabos: "Spindelegger hat seine Partei nicht im Griff"

Der SPÖ-Minister bekräftigte das Nein seiner Partei zum Zwölf-Stunden-Tag. Dieser würde zu weniger Einkommen, mehr gesundheitlichen Beschwerden, mehr Krankheit und letztlich mehr Invaliditätspensionen führen.

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Darabos schoss sich indes auf ÖVP-Chef Spindelegger ein. Dieser habe "seine Partei offensichtlich nicht im Griff und keine Führungskompetenz". Darabos erinnerte an die Debatte über das Frauenpensionsalter - und meinte: "Wie wir Spindelegger kennen, wird er die Arbeitszeiterhöhung unter dem Deckmantel der Flexibilisierung wieder einmal nur als 'Missverständnis' darstellen - die gesamte Politik Spindeleggers ist offenbar ein einziges Missverständnis."