Erstellt am 11. Juni 2014, 07:17

von Beatrix Keckeis-Hiller

30 Jahre Raumfahrt. Renault | Der Espace feiert heuer ein rundes Jubiläum. Eine Rückschau auf drei Jahrzehnte Re- und Evolution – bevor er in seine fünfte Generation startet …

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Schönheit liegt stets im Auge des Betrachters. Erst recht, wenn es darum vordergründig gar nicht geht – sondern um den Zweck eines Fahrzeugs. Nämlich um den, auf möglichst kompakter Fläche möglichst viel Raum unterzubringen und dabei flexibel zu sein, was die Einrichtung – sprich Bestuhlung – betrifft. Diese Anforderung könnten zwar Kastenwagen im Prinzip auch erfüllen, doch sind diese erst in jüngster Zeit das, was in einem Familienauto gefragt ist: nämlich komfortabel und wohnlich.

Auf allen Plätzen hoher Fahrwerkskomfort

Flexibilität und Modularität unter einen Hut (und auf die Straße) brachte Renault als erster Hersteller 1984 – mit der ersten Generation des Espace. Die war nicht vordergründig schön, vielmehr außen eckig und kantig, mit kurzer Schnauze und aerodynamisch weit nach vorne gezogener Windschutzscheibe, dafür innen salonartig luftig. Auf jeden Fall sehr praktisch, auf 4,25 Metern Länge und 1,78 Metern Breite, mit bis zu sieben Sitzen, die je nach Bedarf gedreht, geklappt, auch ausgebaut werden konnten.

Als Draufgabe gab es bereits im Laufe der ersten Generation technische Optionen wie Allradantrieb und Hinterachsluftfederung. Die unterstützte das, was der Erstling – wie jüngst rund ums Renault-Werk in Flins bei Paris erfahren – auch heute noch kann: auf allen Plätzen hohen Fahrwerkskomfort bieten, gemäß der Bestimmung als familiäre Großraumlimousine. Ein Konzept, das zu Beginn der Espace-Karriere sehr zögerlich, um nicht zu sagen misstrauisch quittiert, dann aber schnell angenommen wurde und sich zu einem Erfolg mauserte!

„Mit dem Espace hat Renault ein Modell entwickelt, das bis heute in seinem Segment die Referenz darstellt!“ Dorit Haider, Pressesprecherin Renault Österreich

Dabei gibt man bei Renault unumwunden zu, dass diese Idee nicht einzigartig war. Mehrere Hersteller hatten sich so ein Modell überlegt. Matra etwa, Spezialist für Kleinseriensportler, hatte eines entwickelt. Mit der Besonderheit einer Kunststoffkarosserie, vielmehr Plastikpaneelen, die auf einer Struktur aus Stahl montiert wurden. Angeboten worden war dieses rund 1.200 Kilogramm leichte Konstrukt auch einem anderen französischen Automobilkonzern. Der konnte es aber wegen finanzieller Turbulenzen nicht realisieren. Renault wollte – mit einigen Detailmodifikationen – und konnte, handelte sich damit Pionierstatus in einem neuen Segment ein und schaffte es sogar, mit dem Begriff „Monospace“ (Einraum) ins französische Wörterbuch zu kommen.

Im Laufe der folgenden drei Generationen wuchs sich der Großraum-Franzose ziemlich aus (heute ist er 4,66 bzw. als Grand Espace 4,86 Meter lang), er verlor auch den Kunststoffaufbau (mit der aktuellen, der vierten Generation), gewann aber an Dynamik, Prestige, Komfort und Sicherheit stetig dazu.

Nach 1,45 Millionen produzierten Exemplaren ist die aktuelle Generation am Ende angelangt. Der Countdown für die nächste, die fünfte Espace-Generation läuft bereits auf Hochtouren. Das Konzept für den Künftigen, genannt Initiale Paris, stand im vergangenen Herbst auf der IAA in Frankfurt. Auf der Mondial de l’Automobile in Paris, im kommenden Herbst (Oktober), wird der neue Espace erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Und er soll ab 2015 in die nächsten 30 Jahre Raumfahrt starten …