Erstellt am 22. August 2011, 08:56

a la Capri“. Tatsache, dass Autofahren immer teurer wird.

VON THOMAS VOGELLEITNER

NÖN: Wie schaut die motorische Zukunft aus? Wie werden wir in 20, 30 Jahren unterwegs sein: mit Hybrid-, Elektro-, Wasserstoff- oder Brennstoffzellen-Autos?

Knapp: Es gibt nicht DIE motorische Zukunft. Meiner Ansicht nach wird es eine Mischung aus verschiedenen Antriebsformen sein. Auch in den herkömmlichen Technologien, wie den
Diesel- und Benzinmotoren,
steckt noch viel Einsparungspotenzial.

 

NÖN: In Österreich ist noch eine knappe Million „Stinker-Autos“ unterwegs. Sind Sie für eine Wiederholung der Öko-Prämie?

Knapp: Eine Öko-Prämie würde eine Verjüngung des Fahrzeugbestandes und damit eine CO2- und Sprit-Reduzierung mit sich bringen.

 

NÖN: Der Focus hat eines der besten Fahrwerke in der Kompakt-Klasse (wenn nicht das Beste überhaupt), aber trotzdem kommt er in (Nieder-)
Österreich bei den Verkaufszahlen mit einem VW Golf nicht mit. Warum?

Knapp: Der Erfolg eines Fahrzeugs basiert auf einer Vielzahl von Komponenten. An erster Stelle muss das Fahrzeug den Kunden überzeugen – dies gelingt mit dem neuen Focus bisher sehr gut. Die Eroberungsrate von knapp 50 Prozent Fremdkunden seit Einführung im April stellt das unter Beweis. Wichtig sind auch Kundenloyalität zu Marke und Händler. Diesen Faktor können Sie nur durch beständige Überzeugungsarbeit überwinden. Das kostet Zeit und Beharrlichkeit. Das Focus-Wachstum von rund 1300 Einheiten beweist, dass wir auf einem guten Weg sind, jedoch noch lange nicht dort, wohin wir mit dem Focus gehören …

 

NÖN: „Energie in Bewegung“ – mit dem „kinetic Design“
ist Ford ein großer Wurf gelungen …

Knapp: Das „kinetic Design“ hat die Marke Ford wesentlich nach vorne bewegt und gefällt dem Kunden sehr. Es stellt eine perfekte emotionale Verbindung der Produktqualität und neuesten Technologien dar. Wir werden daher konsequent an der Weiterentwicklung des „kinetic Designs“ arbeiten.

 

NÖN: Nennen Sie uns drei Gründe, warum man einen Ford kaufen sollte?

Knapp: Ich werden Ihnen vier Gründe geben: Wir bauen die Fahrzeuge mit den besten Fahrqualitäten, dem höchsten Sicherheitsstandard, den umweltfreundlichsten Technologien und dem größten Angebot an leistbaren Technologien.

 

NÖN: Die Modellpalette von Ford ist groß – fehlt Ihnen persönlich ein Modell?

Knapp: Wir bieten derzeit ein sehr breites Spektrum an. Als Freund des guten alten Ford Capri würde mir persönlich ein sportliches Coupé gefallen.

 

NÖN: Blick in die nahe Zukunft: Auf welche neuen Ford-Modelle dürfen wir uns freuen?

Knapp: In diesem Jahr führen wir noch die neue Transit-Generation ein. Im Jahr 2012 kommt neben dem Focus ST ein Van auf Fiesta-Plattform, der neue Kuga, der neue Ranger, der Focus BEV (das erste elektroangetriebene Volumenmodell) und eine Vielzahl an neuen Motoren/Getriebe-Kombinationen.

 

NÖN: Wie geht es der „Firma Ford“ – national und international gesehen? Wie schaut
es mit Kooperationen, Allianzen ... aus? Kann in Zeiten wie diesen ein Autokonzern überhaupt alleine überleben?

Knapp: Die „Firma Ford“ ist derzeit sehr gut aufgestellt. Mit der „One Ford Strategie“ und der damit einhergehenden Globalisierung hat sich Ford im Wesentlichen auf die Entwicklung der Marke Ford konzentriert. Ford hat als Einziger der drei großen US-Automobilkonzerne auf staatliche Unterstützung verzichtet und sich aus eigener Kraft zum derzeit profitabelsten Automobilkonzern entwickelt. Zum Thema Kooperationen: Auch Ford arbeitet in einzelnen Bereichen mit Kooperationspartnern z. B. bei der Entwicklung von Diesel-Motoren seit Jahren mit dem PSA-Konzern (Peugeot/Citroën). In vielen Bereichen machen Kooperationen Sinn – wesentlich ist jedoch, dass die Marke eigenständig geführt wird und immer im Vordergrund steht.

 

NÖN: Der österreichische Automarkt boomt wieder, zumindest nach den Verkaufszahlen. Boomt er wirklich wieder? Wie stehen Sie dem Thema Tageszulassungen gegenüber – mit rund 15 Prozent Marktanteil verzerren sie doch den Automarkt ...

Knapp: Wir haben heuer eine erfreuliche Marktentwicklung, die sicher zu einem Rekordergebnis führen wird. Tageszulassungen sind ein Teil des Marktes und werden aktiv von Kunden nachgefragt. Entscheidend ist, die Balance zwischen den einzelnen Business-Segmenten zu halten, um damit keine negativen Effekte auf den Restwert zu generieren.

 

NÖN: Was ärgert Sie als
„Automann“ an der österreichischen Politik am meisten?

Knapp: Am meisten ärgert mich die Tatsache, dass Autofahren immer teurer wird. Ich denke, dass individuelle Mobilität ein wichtiges Gut ist und viele Menschen davon abhängig sind. Konstante Steuererhöhungen sprechen dem entgegen.