Erstellt am 11. Januar 2012, 08:39

Aufstand der Kleinen. SEAT, RENAULT, FIAT / So groß kann klein sein – demnächst kommen neu auf den Markt: Mii, Twingo und Panda. Alle drei Autos haben die Lizenz zum Einparken, aber nicht nur …

 |  NOEN
VON THOMAS VOGELLEITNER
UND BEATRIX KECKEIS-HILLER

City-Car, Einstiegsauto für jungen Menschen, „letztes“ Auto für Senioren, schicker Zweitwa-
gen … Die „Kleinen“ sind gefragter denn je, der Marktanteil ist kontinuierlich im Steigen! Und auch in Sachen Sicherheit sind sie vorbildlich: So hat der Seat Mii beim EuroNCAP-Crashtest die Höchstnote (das heißt: fünf Sterne) erreicht.

Seat Mii: Aller guten Dinge sind drei
Eines vorweg: Der Mii (dass der Name an eine bekannte Spielkonsole erinnert, ist bestimmt nur ein Zufall) hat zwei Konzernbrüder – den VW up! und den Skoda Citigo. Macht nichts. Ein gelungenes Auto – kein Spar-Vehicle, sondern ein Fahrzeug mit dem gewissen Etwas. Das Design präsentiert sich „mediterran-modern mit klarem Charakter“ (so die Seat-Marketingabteilung). Im Juni wird die Österreich-Markteinführung stattfinden – Drei- und Fünftürer werden dabei zeitgleich an den Start gehen.

Steile Flanken, kurze Überhänge, gerades Dach – das verspricht beim 3,56 Meter langen Spanier ein gutes Raumangebot. Vier Personen dürfen rein. Beim Kofferraumvolumen stehen mindestens 251 Liter zur Verfügung, maximal sind 951 Liter möglich – Platz genug für einen Kurzurlaub oder eine Shopping-Tour …
Thema Motoren? Der 1,3-Liter-Benziner (drei Zylinder) ist mit 60 oder 75 PS zu haben – in der Ecomotive-Variante (Start/ Stopp-System, Bremsrekuperation) sind mit der schwächeren Version 4,2 Liter pro 100 Kilometer möglich (97 Gramm CO2 pro Kilometer). Auch mit Erdgasantrieb wird es den Mii ab Start geben (68 PS, nur 86 Gramm CO2 pro Kilometer – somit eines der saubersten Autos der Welt!). Diesel? Fehlanzeige. Ein reiner Elektro-Mii ist noch in Prüfung. Automatikgetriebe? Ist auf Wunsch erhältlich.

Drei Ausstattungslinien stehen zur Verfügung – in der Basisversion Entry sind bereits vier Airbags und ESP serienmäßig an Bord. Zu den optionalen Highlights zählt u. a. ein City-Notbremsassistent – funktioniert bis Tempo 30, im Notfall bremst der Mii von selbst ab. Die Preise sind noch top secret. Zur Orientierung: Der VW up! ist ab 9990 e zu haben – und ein Seat ist normalerweise günstiger als ein VW.

Renault Twingo: Diamant statt Rhombus
Einer der strahlendsten Edelsteine in Renaults Programm ist der Kleinste. Seit 1993 auf dem Markt hat sich der Twingo zum Topseller entwickelt, seit seinem Neuauftritt 2007 liegt der Segments-Marktanteil in Europa konstant bei zehn Prozent und mehr. Wohl auch deshalb ist er das erste Renault-Modell, das im Zuge seiner – hauptsächlich optischen – Aktualisierung an Front und Heck das neue Markengesicht bekommen hat. Hauptmerkmal ist der vergrößerte, steil stehende Rhombus, nun mehr Diamant genannt, auf einem minimalistisch schmalen Kühlergrill.
Neu ist, dass in Österreich nur noch Benziner angeboten werden – und zwar (vorerst) der 1,2-Liter in drei Varianten: 1.2 16V 75 eco2 (75 PS, 5,1 Liter pro 100 Kilometer, 119 Gramm CO2 pro Kilometer, 1.2 16V 75 Quickshift (75 PS, mit automatisiertem Schaltgetriebe), TCe 100 (102 Turbo-PS, 185 km/h schnell). Kommt später: die Formel-1-artige gestylte R.S.-Variante.

Der neue Twingo (3,69 Meter lang, Dreitürer, Viersitzer) wird in drei Ausstattungsvarianten zu haben sein: Trend, Dynamique und Gordini GT. Goodies wie Tempomat und vier Airbags sind nun schon ab der Basisversion inklusive. Fenster-Airbags gibt es optional. In der eigens eingerichteten Twingo-Boutique kann man sich zusätzlich diverse Karosserie- und Interieurfarben aussuchen, auch Dekor-Elemente, Aufkleber (wie Mohnblumen oder Schachbrett), Aluminiumfelgen, Radabdeckungen …
Fein: einzeln verschiebbare Fondsitze (serienmäßig oder optional) – 959 Liter maximale Ladekapazität. Funktionalität und Ergonomie auf hohem Niveau!

Fiat Panda: Ein echter Italiener
Aller guten Dinge sind drei! Im dritten Monat des Jahres geht die dritte Generation des Panda an den Start. Und wetten, dass der Erfolg (wieder) vorprogrammiert ist?! In den vergangenen 31 Jahren wurden über 6,4 Millionen Panda hergestellt – Erfolg macht stark …
Fiat hat den Panda nicht neu erfunden (war auch nicht notwendig), aber gründlich verbessert. „Jeder einzelne Bestandteil wurde verbessert“, betonen die Italiener. Und sind stolz, dass das City-Car nicht in Polen, sondern in Italien vom Band läuft. Genauer gesagt in Pomigliano d’Arco bei Neapel. Das wird bei einigen Kennern womöglich für Stirnrunzeln sorgen, in Pomigliano d’Arco wurden einst die legendär rost- und defektanfälligen Alfasud-Modelle produziert. Aber das ist schon lange, lange her – und das neue Werk ist top, da wird die Qualität ganz groß geschrieben.
Das Bärchen ist überall gewachsen – in der Länge auf 3,65 Meter (plus elf Zentimeter). Das kommt den Insassen (maximal fünf) zugute, auch das Kofferraumvolumen kann sich sehen lassen (260 bis 870 Liter). Praktisch: Je nach Ausstattungsversion ist die Fondbank auch in der Längsrichtung verschiebbar. Gelungen: das neue Cockpit – Qualität und Design sind 1a.

Als Dritter in der Fiat-Gruppe bekommt er den TwinAir-Turbo unter die Haube. Der 0,9-Liter-Zweizylinder mit 85 PS fühlt sich wohl im Panda: Er dreht munter vor sich hin, lässt auch auf kurviger Landstraße kaum den Wunsch nach mehr Power aufkommen. Mehr Power ist (zumindest vorerst) auch nicht geplant. Zum Start gibt es weiters einen Benziner mit 69 PS und einen Diesel mit 75 PS. Ein Twin-Air-Sauger (65 PS) folgt im Mai/Juni, die 4x4-Version im September. Fahreindruck? Straff, aber nicht unangenehm.