Erstellt am 21. Januar 2015, 12:35

Toyota bleibt größter Autohersteller der Welt. Toyota bleibt der größte Autohersteller der Welt. Im vergangenen Jahr brachte das Unternehmen aus Japan weltweit 10,23 Millionen Autos an den Mann oder die Frau.

Damit zog Toyota erneut am deutschen Volkswagen-Konzern vorbei, der 2014 10,14 Millionen Fahrzeuge an Kunden auslieferte. Beide Hersteller knackten erstmals die Marke von zehn Millionen verkauften Fahrzeugen.

Der US-Hersteller General Motors (GM) landete mit 9,92 Millionen verkauften Wagen auf Platz drei. In diesem Jahr könnte Toyota auf Platz zwei rutschen, weil das japanische Unternehmen auf dem Heimatmarkt mit einer sinkenden Nachfrage konfrontiert ist, während sich Volkswagen in Schwellenländern zunehmend gut verkauft.

Toyota hatte im Zuge der Finanzkrise 2008 erstmals die Spitzenposition von General Motors übernommen und seitdem mit Ausnahme von 2011 behalten. 2011 musste Toyota seine Produktion wegen des Erdbebens und Tsunamis unterbrechen.

VW neuer Spitzenreiter 2015?

Das Londoner Analysehaus Evercore ISI schätzt, dass VW seinen Absatz 2015 um fünf Prozent steigern wird. "Damit dürfte das Rennen schon im Jänner zugunsten von Volkswagen entschieden sein", sagte Frank Schwope, Autoanalyst der NordLB. VW selbst kündigte am Mittwoch noch kein Verkaufsziel für 2015 an. "Für uns gilt nach wie vor die Strategie 2018", sagte ein Sprecher. Genauere Angaben zum laufenden Jahr werde das Management um Vorstandschef Martin Winterkorn Mitte März bei der Präsentation der Bilanz für 2014 machen.

Im vergangenen Jahr hatte der Wolfsburger Konzern mit Pkw-Marken wie VW, Audi, Skoda, und Seat und den beiden Lkw-Töchtern MAN und Scania rund um den Globus erstmals mehr als zehn Millionen Fahrzeuge verkauft. Damit knackte Volkswagen die Zehn-Millionen-Marke vier Jahre früher als ursprünglich geplant.

Schwope geht bei Toyota von einem Anstieg im Jahr 2015 auf 10,3 Millionen Fahrzeuge aus und erwartet damit ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit General Motors um Platz zwei der Branche. Volkswagen dürfte den Absatz in diesem Jahr auf 10,5 Millionen steigern, schätzt Schwope. Arndt Ellinghorst von Evercore ISI hält sogar 10,65 Millionen für möglich.

Entscheidung fällt in China

Den nötigen Schub für die Fahrt an die Weltmarktspitze hat VW nach Überzeugung von Analysten dank seiner Stärke in China. Dagegen ist Toyota in den USA präsenter. Um dort endlich aus der Nischenrolle herauszukommen, haben die Niedersachsen zahlreiche neue Modelle angekündigt, darunter mehrere sportliche Geländewagen. Allerdings kommen diese Fahrzeuge erst in einigen Jahren auf den Markt.

Die Entscheidung im Rennen um die Pole Position 2015 dürfte daher in China fallen, wo Volkswagen ein Drittel seiner Fahrzeuge ausliefert. Selbst wenn die Pkw-Nachfrage dort nur einstellig wachsen sollte, dürfte VW weltweit an Toyota vorbeiziehen.

Schon im nächsten Jahr könnten die Karten allerdings neu gemischt werden. Die Rangfolge an der Weltmarktspitze könnte sich wieder ändern, wenn die Pkw-Nachfrage in China schwächer ausfällt, als erwartet. VW-Chef Winterkorn hatte unlängst zudem auf die vielen Krisenherde in der Welt hingewiesen, die eine längerfristige Planung schwerer machten.