Erstellt am 13. Februar 2012, 00:00

Bei Schnee Tempo um die Hälfte reduzieren. FAHRSICHERHEIT IM WINTER / Nässe, Glatteis und Schnee fordern die erhöhte Aufmerksamkeit der Autofahrer. Die Schadensdeckung durch die Versicherungen hängt vom Einzelfall ab.

VON ANITA KIEFER

Unfälle auf Schnee und Glatteis fordern im Winter die Einsatzkräfte der Blaulichtorganisationen. Unklar ist häufig die rechtliche Situation, wenn es auf den glatten Straßen tatsächlich kracht.

Der Leiter der ARBÖ-Rechtsabteilung Gerald Kumnig weiß: „Die Haftpflichtversicherung wird immer einspringen, um den Schaden des Unfallgegners zu bezahlen. Der Autofahrer könnte dadurch ins Malus rutschen. Jedoch für Schäden am eigenen Fahrzeug müssen Kfz-Haftpflichtversicherte auch bei Glatteis-Unfällen selbst aufkommen.“

Bei der Kaskoversicherung, die normalerweise Schäden an beiden Unfallautos deckt, sieht das so aus: „Sie zahlt bei Glatteis nur, wenn dem Versicherten keine grobe Fahrlässigkeit nachgewiesen werden kann, was immer vom Einzelfall abhängig ist. Eine grobe Fahrlässigkeit könnte zu hohe Geschwindigkeit oder auch das Fahren mit Sommerreifen bei eisglatten Straßen sein“, so der ARBÖ-Experte. Wie kann man aber vermeiden, dass es überhaupt so weit kommt?

Generell gilt: Unnötige Fahrten bei schlechten Witterungsbedingungen sollten unterlassen werden. Wer aber doch auf die Straße muss, kann einiges zur Unfallprävention beitragen.

Wer ins Schleudern gerät:  Fuß weg vom Gaspedal

Unumgänglich: Die Geschwindigkeit anpassen. „Bei Schneefahrbahn heißt es, die Geschwindigkeit zu halbieren, bei Eis gilt es, die Geschwindigkeit um 70 Prozent zu reduzieren, damit der Bremsweg dem auf trockener Fahrbahn entspricht“, weiß Roland Frisch, Pkw-Chefinstruktor der Fahrtechnik des Autofahrerclubs ÖAMTC.

Und weiter: „Kommt ein Autolenker ins Schleudern, dann Fuß weg vom Gaspedal, auskuppeln und in die gewünschte Fahrtrichtung lenken.“ Der ÖAMTC-Experte rät außerdem, drei bis vier Sekunden Abstand zum Vordermann halten. Ruckartige Lenkbewegungen sowie Brems- und Überholmanöver sollten vermieden werden.