Erstellt am 04. August 2014, 11:52

von Beatrix Keckeis-Hiller

Bentley: Zurück zu den Wurzeln. Schärfer gemacht und tiefer gelegt: Die S-Version des Continental GT V8.

 |  NOEN, Bentley
Wilde Hunde waren die Bentley Boys. Der Gründer der heutigen Luxus- und einstigen Sportwagenmarke, Walter Owen Bentley, war ein leidenschaftlicher Rennfahrer, seine Hauptkunden aktive Racing-Enthusiasten. Rennen fahren war zentraler Bestandteil der Verkaufsstrategie. Finanzielle Turbulenzen, Konkurs, zwischenzeitlich unter die Fittiche von Rolls Royce (in weiterer Folge BMW) … Seit 1998 ist der heutige Hoflieferant des englischen Königshauses Bestandteil des VW-Konzerns.

Seither rollen luxuriöse Synthesen aus manufakturartig gefertigter Gediegenheit und deutscher Basistechnik aus dem Stammwerk in Crewe, stets mit mehr als bloß einem Schuss Sportlichkeit versehen. Wie der viersitzige, allradgetriebene Edeltourer Continental GT. Den gibt es, als Topmodell, mit 6,0-Liter-W12-Aggregat und 585 PS, noch einmal getoppt vom GT Speed (ebenfalls W12) mit 635 PS. Den gibt es auch, als Einstiegsmodell, mit 4,0-Liter-V8-Antrieb und 507 PS. Alle Varianten sind als Coupé oder als Convertible orderbar.

„Die neue S-Version des Continental GT V8 bringt Bentleys Rennsport-Tradition zum fahrdynamischen Ausdruck.“ Robert Engstler, Geschäftsführer Bentley Austria

Neu hinzugekommen ist jetzt eine S-Variante des V8. Hier leistet das mit einem Twinturbo beatmete 4,0-Liter-Aggregat 528 PS (plus 680 Newtonmeter). Dazu kommen Tieferlegung des Fahrwerks um einen Zentimeter, direkter ansprechende Federelemente, schärfere Lenkung und kürzere Schaltzeiten der achtgängigen Wandlerautomatik (von ZF). Derart bestückt eilt das 2.295 Kilogramm schwere Coupé in 4,5 Sekunden auf Tempo 100, der Convertible braucht mit 2.470 Kilogramm zwei Zehntelsekunden länger. Topspeed? 309 bzw. 308 km/h.

Dabei wäre das Ausloten der Höchstgeschwindigkeit (wo überhaupt möglich) bloß der halbe Spaß. Denn innerhalb der gesetzlichen Limits liegt der Genuss nicht alleine darin, den mächtigen Schub, begleitet von tierisch knurrendem Sound, abzurufen, sondern den 4,81 Meter langen Edelboliden in ein Kurvenparadies zu entführen. Damit dabei der Spritkonsum nicht ausufert, ist das COD-System (Cylinder on Demand, automatische Zylinderabschaltung, aus dem VW-Konzernregal) im Teillastbereich aktiv. Damit ist ein Verbrauch von 10,5 bzw. 10,9 Liter auf 100 Kilometern realistisch (CO2: 246 bzw. 254 Gramm pro Kilometer).

Dass die wilden Hunde von einst heute würdige Nachfolger haben, das beweist Bentley anhand der Rückkehr zu den Wurzeln: in den Rennsport. Mit dem heckgetriebenen Continental GT3 – der auf dem zivilen Modell basiert und rund 600 PS hat – in der Blancpain-GT-Langstrecken-Serie. Die Bilanz: zwei Siege in vier Rennen.

Neu: Bentley Continental GT V8 S

Start & Preis. Ab sofort bestellbar.
Lieferzeit vier, mit Sonderfarbe fünf Monate. Coupé ab 238.880 €, Convertible (mit E-Stoffdach) ab 264.880 €. Das Einstiegsmodell hat: sechs Airbags, ESP (abschaltbar), adaptive Luftfederung, permanenter Allradantrieb (heckbetont), Tempomat, Soundsystem, Navigationssystem, Ledermöblierung, elektrisch zu betätigende Heckklappe, Parksensoren hinten, 20-Zoll-Alumi-niumräder.

Als Hommage an das Rennmodell hat Bentley eine kleine Sonderserie des GT aufgelegt: den GT3-R, ab 367.880 €. Zweisitzer im Racing-Design, Weiß mit grünen Akzenten. Einige Eckdaten: 580 PS, in 3,8 Sekunden von 0 auf 100, noch kürzere Schaltzeiten, variable Antriebskraftverteilung …