Erstellt am 18. August 2014, 10:22

von Beatrix Keckeis-Hiller

Mit dem BMW Scooter wedeln und segeln. Die Bayern nutzen die Synergien zwischen der Auto- und der Motorradabteilung. Resultat ist der elektrisch angetriebene Maxi-Scooter C-Evolution.

Der C-Evolution ist der erste Elektro-Großroller aus München.  |  NOEN, BMW
Bei BMW ist das Elektro(antriebs)zeitalter nicht nur zweispurig angebrochen. Auch die Motorradabteilung hat einen Großserien-Batterietriebling zu bieten. Der C-Evolution basiert auf den Scooter-Modellen C 600 Sport und C 650 GT. Er wird, im Gegensatz zu seinen Benzinbrüdern, statt von einem 650-Kubikzentimeter-Parallel-Twin von einem flüssigkeitsgekühlten Elektromotor (permanent erregte Synchronmaschine) angetrieben.

Seine Energie bezieht er statt aus Benzin aus einer luftgekühlten Lithium-Ionen-Hochvoltbatterie mit acht Kilowattstunden. Dieser Antrieb erbringt eine Dauerleistung von 15 PS, eine Spitzenleistung von 48 PS und ein Maximaldrehmoment von 72 Newtonmetern. Das ist gut für eine Höchstgeschwindigkeit von (abgeregelten) 120 km/h.



Die Antriebsleistung und damit auch die der Energie kuperierenden Bremsen kann dosiert werden, anhand von vier per Taste am rechten Lenkerende anwählbaren Fahrmodi. Dynamic: volle Beschleunigung und Rekuperation. Road: normale Beschleunigung und Rekuperation. Eco Pro: reduzierte Antriebsleistung, erhöhte Rekuperation. Sail: weder Stromverbrauch noch Rekuperation. Kontrollierbar ist das via Bordcomputeranzeigen auf dem Farbdisplay im Cockpit.

So gut wie lautlos fahren

Die Handhabung des C-Evolution gibt keine schwierigen Rätsel auf: Strom einschalten via Zündschlüssel, „Gang“ einlegen via Startknopf und losfahren. So gut wie lautlos. Was vor allem nachts oder in Parkgaragen immer wieder für Überraschungsmomente sorgt …

Aber ganz ohne Laut geht es auch mit dem Elektro-Bayern nicht: Der E-Motor singt, die Variomatik jeiert, die Reifen pfeifen. Das ist aber nur für den Fahrer wahrnehmbar. Auch legt sich das Gewicht – wie beim Benzinbruder – mit 265 Kilogramm (16 Kilogramm plus) vor allem beim Rangieren ins Zeug, selbst wenn zur Einparkerleichterung eine Rückfahrhilfe an Bord ist. Die kann nötig sein: Mit sicherheitshalber ausgeklapptem Seitenständer „händisch“ schieben ist nicht möglich, da die Standvorrichtung gleichzeitig die Feststellbremse ist.

Alles andere als eine Spaßbremse

Dennoch: Der Start in die lokal emissionsfreie, urbane Einspurmobilität ist vielversprechend. Der C-Evolution ist alles andere als eine Spaßbremse. Mit seinem bärigen Drehmoment lässt er so manchen PS-stärkeren Kollegen beim Ampelstart mühelos stehen. Es lässt sich mit ihm trefflich in der Stadt und – im Bereich der Reichweite von insgesamt rund 100 Kilometern – auch über Land flink um die Ecken wedeln.

Auf der Autobahn kann man entweder die Topspeed ausloten oder im entsprechenden Modus Energie sparend dahinsegeln. Die Reichweitenangabe von 100 Kilometern erscheint, wenn man den gebotenen Fahrmodi-Mix situationsgerecht ausnützt, durchaus realistisch. Auch die Ladezeit von vier Stunden an einer Standardsteckdose.

Aufgrund der Nennleistung von 15 PS ist der C-Evolution auch jenen zugänglich, die (noch) keinen A-Schein haben. Er darf mit der entsprechenden Code 111-Eintragung im B-Schein gefahren werden.

Neu: BMW C-Evolution

Start & Preis. Ab sofort erhältlich, ab 15.400 €. Das Basismodell hat: ABS, Traktionskontrolle, vier Fahr-modi, Multifunktionsdisplay, Bordcomputer, Retourgang, Ladekabel, LED-Tagfahr- und -Hecklicht sowie -Blinker, getöntes Windschild.

Verfügbare Extras: Griffheizung, Alarmanlage, hohes Windschild, Topcase, Schnellladekabel.