Erstellt am 18. Juni 2014, 11:23

Bures will Reform bei Motorradführerschein. Nach einer Serie tödlicher Motorradunfälle zu Pfingsten will Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) die Führerscheinausbildung für Biker reformieren.

Außerdem sollen zeitlich befristete Tempolimits auf Strecken mit Unfallhäufungsstellen geprüft werden und diese Abschnitte auch verstärkt von der Polizei kontrolliert werden, kündigte Bures in einer Aussendung am Mittwoch an. 

Insgesamt starben am Pfingstwochenende auf Österreichs Straßen 13 Menschen, neun von ihnen waren Motorradlenker. Daher trafen sich schon vergangene Woche auf Einladung des Verkehrsministeriums Experten, um Lösungsvorschläge zu entwickeln. "Unser Ziel ist mehr Praxis, weniger Theorie und eine gute Vorbereitung auf anspruchsvolle, schwierige Motorradstrecken im Rahmen der Ausbildung", so Bures.

Hauptzielgruppe dafür sind Motorradfahrer, die den Direkteinstieg wählen können, für die das Stufenmodell also nicht mehr gilt. Aber auch für Späteinsteiger ab 39 Jahren werden Anpassungen in der Führerscheinausbildung überlegt. Noch im Sommer will Bures einen Gesetzesvorschlag vorlegen.

Verstärkte Kontrollen auf neuralgischen Strecken

Als Sofortmaßnahme hat das Verkehrsministerium in einem Brief an die Länder bzw. Bezirkshauptmannschaften die Behörden ersucht, zeitlich befristete Tempolimits auf Strecken mit Unfallhäufungsstellen zu prüfen und zu erlassen. Die Exekutive hat bereits zugesagt, diese Strecken auch verstärkt zu kontrollieren. Die Erfahrungen mit dieser Maßnahme sollen evaluiert werden.

Eine Analyse der Pfingstunfälle zeigt, dass die meisten tödlichen Vorfälle vermeidbar gewesen wären. Hauptunfallursachen waren nicht angepasste Geschwindigkeit, Fahrfehler, Unachtsamkeit und riskante Manöver beim Überholen. Die Verunfallten waren allesamt männlich und kamen aus allen Altersgruppen zwischen 25 und 69 Jahren. Sechs der neun tödlichen Pfingst-Unfälle waren Alleinunfälle. Im Vorjahr starben insgesamt 89 Motorradfahrer auf Österreichs Straßen, 2003 waren es noch 109 Tote gewesen.

Auf Österreichs Straßen gibt es immer mehr Motorräder, die Zulassungszahlen sind deutlich stärker als bei den Pkw gestiegen. So waren im Vorjahr 450.000 Bikes (inkl. Leicht- und Kleinmotorräder) zugelassen, das sind um 150.000 oder 50 Prozent mehr als 2003. Zum Vergleich stieg die Zahl der Pkw im gleichen Zeitraum um 14 Prozent.