Erstellt am 12. Juni 2013, 12:09

Das Beste aus allen Welten. Die Mobilität der Zukunft | Wie wir uns künftig fortbewegen werden, ist eine Frage, die bewegt.

XL1 - so heißt das (derzeit) sparsamste Serienauto der Welt. Dem effizientesten VW reichen asketische 8,4 PS, um mit einer konstanten Geschwindigkeit von 100 km/h über die Ebene zu gleiten.  |  NOEN, VW
Es geht um Umweltverträglichkeit, Minimierung von Abgasen (Emissionen), sparsam(er)en Umgang mit Ressourcen.
Die Autohersteller arbeiten mit Hochdruck an Antriebssystemen, die auch (höhere) Unabhängigkeit von Lieferanten der herkömmlichen Basis von Kraftstoffen, dem Erdöl, zum Hintergrund haben. Aktuelle Entwicklungen zeigen, dass die individuelle Mobilität der Zukunft nicht auf einer all selig machenden Lösung – wie häufig anhand von rein batteriebetriebenen E-Autos suggeriert – basieren wird, sondern aus einem Mix konventioneller und alternativer Antriebssysteme. So sieht man es auch im VW-Konzern (in Österreich die absolute Nummer 1).

Zusammengefasst: „Wir setzen auf das Beste aus allen Welten.“ Das heißt (derzeit): ein Mix aus Benzin-/Diesel-, (bivalentem) Erdgas- und (hybridem) Stromantrieb.
VW führt vor, wie ein Teil der Zukunft aussehen könnte, anhand der derzeitigen Entwicklungsstufe des Einliter-Autos: des XL1, der in einer Kleinst-
serie realisiert wird. Die Eckdaten des Ultraleichtbau-Flügel-türers mit den Maßen 3.888/ 1.665/1.153 Millimeter (Länge/ Breite/Höhe), mit 795 Kilogramm Gewicht – und mit Plug-In-Hybrid-Antrieb: 0,8-Liter-Zweizylinder-Diesel (48 PS, 120 Newtonmeter) plus E-Motor (27 PS, 140 Newtonmeter), 5,5- kW/h-Akku. Damit ist er in 12,7 Sekunden auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit ist mit 160 km/h limitiert. Verbrauch: 0,9 Liter Diesel. CO2-Emission: 21 Gramm pro Kilometer.

Einliter-Auto XL1: Basis für künftige Fahrzeuge
Für den VW-Konzern ist der XL1 der Beweis, was technisch möglich ist – und er ist gleichzeitig Studienobjekt sowie technologische Basis für aktuelle und künftige Fahrzeuge. Derzeit zu haben sind der Jetta und der Touareg als Hybrid-Modelle. In der Entwicklungsendphase ist der Golf Hybrid, dessen Marktstart für 2014 geplant ist. Bis es damit so weit ist, offeriert VW den Kompakten ab Spätsommer als TGI BlueMotion, mit Erdgas-Antrieb. Weitere VW mit bivalent betriebenen Motoren: eco up! EcoFuel, Touran Eco- Fuel, Passat/Passat Variant EcoFuel sowie Caddy EcoFuel.

In der Premium-Abteilung des Konzerns, bei Audi, sind Hybrid-Versionen von Q5 , A6 und A8 aktuell im Programm. Bevor der kompakte A3 als e-tron (Hybrid) in der zweiten Jahreshälfte 2014 kommt, ist der A3 g-tron (Erdgas) für Anfang 2014 angesagt. In der Hybrid-Entwicklungsphase steht der A1.
Beim Sport-Verwandten Porsche beweisen Alternativsysteme, dass nicht konventionell motorisiert sein gar nicht heißt, dass es leistungsmäßig limitiert zugeht. Jüngste Beispiele sind der neue Panamera S E-Hybrid (Plug-In) und der für 2014 angekündigte Spyder 918 mit Parallel-Vollhybrid-Antrieb. Ersterer ist der Allererste in seinem Segment, er hat im Rahmen einer Testfahrt in Deutschland mit seinen 416 PS die Norm-Verbrauchsangabe von 3,1 Litern im Schnitt nur um 1,3 Liter überschritten (4,4 Liter). Zweiterer schöpft, permanent allradgetrieben, aus einem 4,6-Liter-V8 und einem Elektro-Aggregat rund 887 PS. Der Verbrauch: 3,3 Liter pro 100 Kilometer.

Die weiteren VW-Konzernmarken – Skoda und Seat – starten mit bivalenten Erdgas-Modellen, siehe die Brüder des VW up!, Citigo und Mii. Darüber hinaus kommt der neue Octavia auch in einer CNG-Version. In der Testphase befinden sich Elektro-Varianten einzelner Skoda-Modelle.

Elektro
Derzeit ist eine Reihe von Autos, die Antriebsenergie rein aus Batterien beziehen, auf dem Markt. Bei den meisten handelt es sich um elektrifizierte Modelle, Derivate konventionell angetriebener Fahrzeuge. Dezidiert auf Akku-Betrieb konzipiert ist der Kleinwagen Mitsubishi MiEV samt seinen PSA-Technikbrüdern Citroën C-Zero und Peugeot iOn. Der erste Kompakte, der von Grund auf als Elektroauto konzipiert wurde und in Großserie hergestellt wird, ist der Nissan Leaf. Die obere Mittel- und Sportklasse ist durch den Tesla S und den Fisker Karma vertreten. Ein Sonderfall ist Renaults Twizy: Fusion aus Scooter und Leichtmobil. In den Startlöchern steht der zweite Renault-Vollelektriker Zoë. Der Serienreife entgegen geht der BMW i3.

Hybrid
Die Mehrzahl der Autohersteller setzt derzeit auf alternative Systeme, die Benzin-, zunehmend auch Diesel- und Elektromotoren kombinieren. Das sind sogenannte Hybrid-Antriebe, seien es parallele, serielle oder Misch- bzw. Mild-Formen. Großserien-Wegbereiter von Fahrzeugen, die ihre Antriebsenergie aus Batteriestrom in Kombination mit Verbrennungsaggregat beziehen, ist Toyota mit dem Prius. Die Japaner offerieren gemeinsam mit ihrer Premium-Tochter Lexus in fast jedem Segment ein Hybrid-Modell. Abgesehen von der VW-Gruppe haben Konzerne bzw. Hersteller wie BMW, PSA, Honda, Kia, Mercedes-Benz, GM und Volvo derzeit mindestens einen Hybrid-Pkw im aktuellen Modellprogramm.

Erdgas
Eine Möglichkeit, CO2-Emissionen zu reduzieren, ist Erdgas (kurz CNG oder NGT) als Kraftstoff für Verbrennungsmotoren. Aufgrund der niedrigeren Energiedichte muss das Gas komprimiert werden. Erforderlich dafür sind spezielle Tanks. Grundsätzlich kann jeder Ottomotor mit Gas gefüttert werden. Spezial-Unternehmen bieten Umbauten an, doch etliche Hersteller bieten serienmäßig Gas-betriebene Fahrzeuge an, wie Mercedes den E 200 NGT. Es handelt sich, wie bei den meisten Modellen, um ein bivalentes System: Ist das Gas aufgebraucht, schaltet es automatisch auf herkömmlichen Treibstoff um. CNG oder NGT kennt keine Segments-Grenzen, Beispiele für serienmäßige CNG-Modelle sind neben anderen der Kleinwagen Fiat Panda TwinAir und der Familien-Van Opel Zafira Tourer.

Mehr dazu lesen Sie im NÖN-Sonderprodukt >>"Zukunft NÖ" .