Erstellt am 05. August 2013, 09:05

Der geborene Elektriker. BMW | Die Bayern präsentierten simultan auf drei Kontinenten ihren ersten rein batteriebetriebenen Pkw. Der BMW i3 startet (in Österreich) Mitte November.

 |  NOEN, BMW
Von Beatrix Keckeis-Hiller

Einen globalen Rahmen für eine globale Premiere spannte BMW für die Enthüllung des ersten mit (Batterie-)Strom betriebenen Großserien-Bayern. Auf der Achse London – New York – Peking wurde der i3 publikumswirksam enthüllt. Zeitgleich – um 13.30 Uhr in London, da war es in New York 8.30 Uhr früh und in Peking 20.30 Uhr (der Ordnung halber: in Österreich war es 14.30 Uhr).


BMW hat mit dem Strom-Kleinwagen Großes vor, unterstreicht die Absicht mit Slogans wie „born electric“, um darauf hinzuweisen, dass der i3 von Grund auf neu entwickelt wurde, auf sein elektrisches Dasein hin.
Das haben andere Hersteller auch bereits, sie wollen ebenso, wie der (neu) geborene Elektriker die urbane Mobilität revolutionieren. BMW tut das allerdings mit Premium-Anspruch, mit den typischen Eigenschaften bayerischer Autos: Leistung, Sportlichkeit, Agilität – kurz Fahrfreude, und das lokal ebenso emissionsfrei wie nachhaltig.

Um diese Vorgaben zu erfüllen, wurde ein Aluminium-Chassis gebaut, eine Fahrgastzelle aus hoch schlagresistentem kohlefaserverstärktem Kunststoff (CFK) darauf gesetzt und eine Inneneinrichtung aus recycliertem Plastik und nachwachsenden Rohstoffen (Holz), Textilfasern und Leder geschneidert.
Als Antrieb werkt ein Hybrid-Synchronmotor (mit integrierter Leistungselektronik, Ladegerät und Generatorfunktion zur Rekuperation), der 170 PS und 250 Newtonmeter Maximaldrehmoment an die Hinterräder schickt. Die Lithium-Ionen-Akkus (22 kWh) sind mittig im Fahrzeugboden platziert, die Steuerelektronik ist unter der „Motorhaube“ verstaut. Der Viersitzer mit gegengleich öffnenden Passagierraumtüren ist 3.999 Millimeter lang, 1.775 Millimeter breit und 1.578 Millimeter hoch.

Hinter der Heckklappe haben 260 bis 1.100 Liter Ladegut Platz, das Leergewicht beträgt 1.195 Kilogramm.
Dieses Gesamtpaket ist laut Werksangaben gut für eine 0-auf-100-Beschleunigung in 7,2 Sekunden sowie eine Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h. Die Reichweite gibt BMW mit mindestens 130 Kilometer an. 160 sollen im Comfort-Modus machbar sein, bei äußerster Gas-, pardon Strompedal-Zurückhaltung und im effizientesten Modus könnten es bis zu 200 sein. Wer mehr Reichweite braucht, dem offerieren die Bayern die Option eines Range Extenders (Reichweitenverlängerer) in Form eines 647 Kubikzentimeter-Zweizylinders (34 PS), der für die weitere Batteriespeisung sorgt und damit den Aktionsradius bis zu 300 Kilometer ausdehnen kann. Dann ist der i3 jedoch mindestens 1.315 Kilogramm schwer und braucht für den 0-auf-100-Sprint sieben Sekunden länger.

Rund um den Elektriker hat BMW ein wohl vorbereitetes elektronisches Netz ausgebreitet. „Connected Drive“ sorgt für die Vernetzung zwischen Fahrer und Fahrzeug sowie Mobilitätsdiensten. Das reicht von Navigation über Fahrassistenzsysteme bis zu Informationen über – zum Beispiel – den nächstliegenden freien Parkplatz. Detailliert durchdacht ist ebenso das Vertriebs- und Servicesystem des i3 unter dem Titel „360° Electric“. Die Eckpfeiler sind Laden (daheim oder öffentlich), Mobilitätssicherung (damit man nirgends liegen bleibt) und Integration in aktuelle und künftige Mobilitätskonzepte (z. B. Anknüpfung an Öffis).

Neu: BMW i3
Start & Preis. Markteinführung
am 16. November. Ab 35.700 €,
mit Range Extender ab 40.400 €.
Inkludiert: „BMW Service Inklusive Paket“ (BSI) für fünf Jahre und 60.000 Kilometer (Wartungsarbeiten an Fahrzeug, Bremsflüssigkeit, Mikrofilter, Akkus).
Fünf Händler – „BMW i Agenten“: Wien, Linz, Graz, Salzburg und
Innsbruck. 24 Service-Partner – „BMW i Service“: bundesweit.