Erstellt am 29. Januar 2013, 09:50

Der zweite Anlauf …. Ford | Die „Fordianer“ bringen den neuen Kuga nach Europa – größer und intelligenter, zugleich wieder agil und komfortabel. Ein Kompliment für dieses Fahrwerk!

 |  NOEN, Charlie Magee
Von Manuel Schwab

Nach knapp fünf Jahren tauscht Ford den Kuga gegen ein neues Modell aus. Nicht überraschend – denn im Wettbewerb mit dem Klassenprimus (Kompakt-SUV) VW Tiguan (in Österreich 30 Prozent Marktanteil) konnte er sich bisher nicht wirklich behaupten (nur 3,7 Prozent Marktanteil). Und da will der Hersteller nicht mehr tatenlos zusehen, zumal es sich erstens um die Besetzung in einem Boom-Segment handelt und zweitens der Nachfolger ohnehin schon fertig ist. In den USA, im Mutterland des Konzerns, ist der neue Kuga unter dem Namen Escape bereits seit Sommer 2012 unterwegs.

Wie bei Ford üblich, hat auch die zweite Kuga-Generation ein sogenanntes „Weltdesign“, das sich auf allen Märkten behaupten soll. Optisch allerdings gegenüber dem Vorgänger eher eine Evolution als eine Revolution (was aber eh o.k. ist). Der SUV wuchs in der Länge um acht Zentimeter (auf 4,52 Meter) – das merkt man vor allem bei der Kniefreiheit im Fond, außerdem vergrößerte sich dadurch der Kofferraum um 46
Liter auf 456 Liter in der Normalkonfiguration.

Der neue Ford punktet mit einer bestechenden Symbiose aus Kurvengierigkeit und Gelassenheit. Das Fahrwerk ist in der Tat über jeden Zweifel erhaben. Es folgt zackig jedem Lenkbefehl, ohne im Alltag die Insassen mit einer bockigen Feder/Dämpfereinheit zu malträtieren, wie dies heute im Namen der allseits populären „Sportlichkeit“ im Fahrzeugbau gang und gäbe ist. Engagiertes Fahren macht in diesem Wagen extremen Spaß! Kompliment an die erfolgsverwöhnte Entwicklungsabteilung, die auch schon mit der Focus-Plattform (Basis für den neuen Kuga) voll punkten konnte.

Passend zum Fahrwerk: die Motoren – vier stehen zur Auswahl, von 140 bis 182 PS. Der 140 PS starke Common-Rail-Diesel ist dabei unser Favorit. Damit ist man mehr als ausreichend motorisiert – und 5,9 Liter pro 100 Kilometer bzw. 154 Gramm CO2 pro Kilometer können sich auch sehen lassen. Wird nachgereicht: Selbstzünder mit 115 PS. Kombiniert werden die Triebwerke mit einem Frontantrieb oder einem besonders wirkungsvollen Lamellen-allrad (eine Eigenentwicklung). Außerdem stehen manuelle wie automatische (Wandler, aber auch Doppelkupplung) Sechs-Gang-Getriebe zur Wahl.

Das in Valencia gefertigte Auto überzeugt mit seinem leisen Fahrbetrieb, der Innenraum wurde exzellent gedämpft. Die Wahl der Interieurmaterialien ist teils einfach, die Verarbeitung aber gut. Das Dashboard gefällt vom Styling her, die Bedienung des Entertainmentmoduls könnte jedoch simpler sein. Viele kleine Knöpfchen machen die Handhabung dieser Einheit, welche auch das Navimenü umfasst, etwas unübersichtlich. Dafür ist das Vorhandensein eines herkömmlichen Handbremshebels eine Wohltat, auch die angenehme beheizbare Frontscheibe gibt es weiter.

Neu ist die praktische auto-matisierte Heckklappe (optional erhältlich), sie öffnet und schließt nach einem angedeuteten „Fußtritt“ unter die Heckschürze vollelektrisch. Daneben will man der Konkurrenz mit dem Connect-System Sync (bindet Handy, Musik und Notrufmöglichkeit ein) und einer Vielzahl von möglichen Assistenzsystemen das Leben schwer machen.

Neu: Ford Kuga
Start & Preis. Ab 1. März, ab sofort bestellbar. Benziner: 150 PS ab 23.900 €, 182 PS ab 29.450 €.
Diesel: 140 PS ab 25.900 €, 163 PS ab 30.100 €. Alle Preise inklusive 3.000-€-Bonus – gültig bis Ende Juni!
Die Basisausstattung Trend hat serienmäßig: sieben Airbags, ESP, Berganfahrassistent, Easy-Fuel-Tankstutzen, Tempomat mit Geschwindigkeitsbegrenzer, Klimaanlage, elek-trisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel. Die zweite Ausstattungsversion heißt Titanium.