Erstellt am 10. September 2012, 10:14

Die Lust aufs Fahren. BMW / Die Münchner sind derzeit auf Welttournee – und bieten dabei einen Vorgeschmack auf die künftigen Elektroautos, bis zu acht könnten es insgesamt werden.

Von Heinz Müller

Was macht einen „echten“ BMW aus? Antwort: der Heck-
antrieb. Somit ist klar, dass der künftige i3 das BMW-Emblem zu Recht trägt. Denn die Kraft des 170 PS starken Elektroaggregats wird ausschließlich über die Hinterachse zur Straße geleitet. Da das Drehmoment (250 Newtonmeter) schon vom ersten
Augenblick an zur Verfügung steht, wie es für Elektroautos typisch ist, wird der 3,82 Meter lange Bayer ein rechter Kraft-
lackel werden. Auf Wunsch werden Kunden die Reichweite des i3 (130 bis 160 Kilometer) durch den Kauf eines Range Extenders (das ist ein kleiner Verbrennungsmotor) erhöhen können.

Derzeit touren die Münchner mit dem i3 Concept durch die Metropolen der Welt – um potenziellen Kunden zu zeigen, was auf sie zukommt. Nach Rom war in der Vorwoche Düsseldorf dran, anschließend folgen Tokio, Shanghai, Paris, London, New York …

Neben dem i3 steht auch der i8. Auch er ist derzeit noch ein reines Schaustück, doch sein Charakter ist ganz anders. Kein reines Elektroauto wie der für den Stadtverkehr konzipierte i3, sondern ein Sportler durch und durch. Dass das nur dank der Kombination mit einem Verbrennungsmotor (in diesem Fall ein Dreizylinder) geht, ist klar. Doch immerhin fährt der 4,63 Meter lange i8 rund 35 Kilometer rein elektrisch (mit Frontantrieb). Auf der Autobahn fährt man mit Heckantrieb, beim Beschleunigen geht die Kraft auf alle vier Räder gleichzeitig. 350 PS sind eine starke Ansage für den 2+2-Sitzer, 250 km/h Höchstgeschwindigkeit ebenso – da kommt Lust aufs Fahren! Übrigens: Der kleinere i3 schafft da nur 150 km/h.

Womit wir bei den beiden interessantesten Aspekten angelangt wären: dem Zeitpunkt des Erscheinens und den Preisen. Die Antwort auf den ersten Punkt ist relativ einfach: Im 4. Quartal 2013 rollt der i3 zu den Händlern, im Laufe des Jahres 2014 der i8. Welche Händler es in Österreich sein werden, ist noch nicht entschieden, wir rechnen mit etwa einem halben Dutzend. Wahrscheinlich werden niederösterreichische Kunden aber wohl nach Wien fahren müssen, um dieses Auto kaufen und warten zu lassen. Und der Preis? „Weniger als ein Fünfer-BMW“ – die einzige Antwort, die sich Projektmanager Manuel Sattig für den i3 entlocken ließ. Das wären in
Österreich also höchstens 44.453,44 (so viel kostet der 520i). Und der i8? Da ist Schweigen angesagt. Verständlich, es bleibt ja auch noch genügend Zeit zum Kalkulieren.

Gebaut sollen die Autos übrigens in Leipzig werden. Das
zusätzliche Batteriegewicht wird durch eine Karosserie aus Karbon fast ausgeglichen, sodass beispielsweise der i3 nur 1.250 Kilogramm und der i8 etwa 1.480 Kilogramm auf die Waage bringt. 80 bis 90 Prozent der Teile der beiden Concept Cars sollen sich später auch in den Serienfahrzeugen wieder finden. Vom Erfolg der beiden ungleichen Autos wird wohl auch abhängen, wie sich die weitere elektrische Zukunft des Münchner Herstellers gestaltet. Läuft alles nach Wunsch, sind bis zu acht Elektroautos drin, ansonsten will man sich auf drei beschränken.