Erstellt am 14. November 2011, 00:00

E-Auto!“. des viel zu komplizierten Kfz-Steuermodells“.

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VON THOMAS VOGELLEITNER

NÖN: Chevrolet feiert heuer den 100. Geburtstag – Ihre drei persönlichen Highlights?
Fillitz: 1) Die Wiedergeburt der Marke Chevrolet in Europa im Jahr 2005. 2) Die völlig erneuerte, topmoderne und für Europas Kunden und Straßen perfekt passende Fahrzeugpalette, die wir mit dem heurigen Jubiläumsjahr zur Verfügung haben. 3) Den Ausblick, am Ende des Jahres den Hattrick – das dritte Rekordjahr in Österreich – erreicht zu haben.

NÖN: Wie viel Korea/Daewoo steckt in einem Chevrolet?
Fillitz: Die aktuelle Chevrolet-Modellpalette basiert auf globalen GM-Fahrzeugarchitekturen. Unsere Fahrzeuge tragen somit die Chevrolet-DNA in sich und werden auf die Bedürfnisse einzelner Regionen, damit auch Europa, angepasst. In Europa angebotene Fahrzeuge werden zum Teil in Korea, von GM Korea, gebaut, kommen zunehmend auch aus den USA und zukünftig möglicherweise auch aus anderen Ländern weltweit. Die 1,2-Liter- und 1,4-Liter-Motoren des neuen Aveo werden übrigens in Wien-Aspern produziert.

NÖN: Chevrolet ist die viertgrößte Automarke der Welt. In
Österreich ist das nicht der Fall – warum?
Fillitz: Die Marke Chevrolet ist nach dem Relaunch in Europa im Jahr 2005 noch sehr jung und konnte anfangs auch nur einen beschränkten Teil der Segmente mit entsprechenden Modellen bedienen. Die letzten Jahre waren in Österreich jedenfalls sehr erfolgreich, die Wachstumsrate liegt aktuell bei über 20 Prozent.

NÖN: Wie werden wir in 20 Jahren unterwegs sein? Mit E-Autos oder …? 

Fillitz: Ich denke, in erster Linie nach wie vor mit Verbrennungsmotoren, die jedoch noch effi-zienter arbeiten werden. Dass die individuelle Mobilität aktuell an einem Scheideweg steht und alternative Antriebe – in erster Linie elektrisch betriebene – eine zunehmende Rolle spielen werden, darüber sind sich die Experten wohl einig. Wie schnell diese Entwicklung voranschreiten wird, und wie hoch der Anteil an verkauften Fahrzeugen mit alternativen Antriebskonzepten in 20 Jahren sein wird, wird sich weisen.

NÖN: Was erwarten Sie sich vom Chevrolet Volt?
Fillitz: Wir sind stolz darauf, mit dem Volt einen Meilenstein realisiert zu haben – und zwar mit dem aktuell wohl cleversten Konzept eines E-Autos, das dem Nutzer die Reichweitenangst dank des On-Board-Generators nimmt (über 500 Kilometer Reichweite, Anmerkung der Redaktion)! Die Erwartungshaltung an den Volt liegt auch darin, viel Erfahrung mit einem solchen Fahrzeug im Alltagsbetrieb sammeln zu können.

NÖN: Nennen Sie drei Gründe, warum man einen Chevrolet kaufen sollte?
Fillitz: Ansprechendes Design, Top-Qualität und Funktionalität sowie ein äußerst attraktives Preis/Leistungs-Verhältnis – das sind die Hauptsäulen von Chevrolet.

NÖN: Auf welche Chevrolet-Neuheiten dürfen wir uns in der nahen Zukunft freuen?
Fillitz: Nächstes Jahr runden wir mit dem Malibu die Pkw-Palette nach oben ab. Und erweitern darüber hinaus, ebenfalls 2012, mit der Kombi-Variante des Cruze unser Modellangebot in der Kompaktklasse. Die Resonanz auf das Colorado Pick-up Concept, das auf der IAA Frankfurt gezeigt wurde, war sehr positiv – daher wird dieses Modell auch für den europäischen Markt geprüft.

NÖN: Kann man heutzutage noch Autos ohne Aktionen, Sonderrabatte verkaufen? 
Fillitz: Ich denke, das muss jede Marke für sich entscheiden. Bei Chevrolet steht ein gutes Preis/Leistungs-Verhältnis seit jeher im Fokus, und so werden auch unsere brandneuen Modelle diesem Anspruch gerecht – umsomehr, als unser 3x3-Service-Paket im Wert von 600 auch mit dabei ist!

NÖN: In Österreich gibt es rund eine Million „Stinkerautos“ – sind Sie für die Wiedereinführung der Ökoprämie?
Fillitz: Die Ökoprämie war 2009 ein wichtiger Impuls und ein gewisser Anreiz zur Erneuerung des Fahrzeugbestandes zu Gunsten neuer, emissionsärmerer Modelle. Fakt ist aber auch, dass die Hälfte dieser Prämie vom Handel bzw. den Herstellern selbst getragen wurde. So gesehen halte ich nachhaltigere Programme für moderne, sparsame Fahrzeuge bzw. eine Reform des ohnehin viel zu komplizierten Kfz-Steuermodells mit NoVA, Bonus, Malus etc. für wünschenswert und zielführend!

NÖN: Was ärgert Sie als Automann besonders an der Politik?
Fillitz: Die Verteufelung des Individualverkehrs als Hauptverursacher von Emissionen, die steigenden Steuerbelastungen mit vorgeschobenem Umweltfokus, fehlende Signale/Konzepte für die Elektromobilität, intransparente Regelungen für Unternehmer (Vorsteuerabzug) …

NÖN: Was ist abseits von wirtschaftlichen Ergebnissen für Sie besonders wichtig?
Fillitz: Ein ordentlicher und fairer Umgang mit Mitarbeitern und Geschäftspartnern. Das Poten-zial jedes einzelnen Mitarbeiters zu heben und für die Gesamtorganisation nutzbar zu machen ist eine große Verantwortung und Herausforderung, wenn es gelingt, aber auch ein riesiger persönlicher Erfolg.

selbst getragen wurde. So gesehen halte ich nachhaltigere Programme für moderne, sparsame Fahrzeuge bzw. eine Reform des ohnehin viel zu komplizierten Kfz-Steuermodells mit NoVA, Bonus, Malus etc. für wünschenswert und zielführend!

NÖN: Was ärgert Sie als Automann besonders an der Politik?
Fillitz: Die Verteufelung des Individualverkehrs als Hauptverursacher von Emissionen, die steigenden Steuerbelastungen mit vorgeschobenem Umweltfokus, fehlende Signale/Konzepte für die Elektromobilität, intransparente Regelungen für Unternehmer (Vorsteuerabzug) …

NÖN: Was ist abseits von wirtschaftlichen Ergebnissen für Sie besonders wichtig?
Fillitz: Ein ordentlicher und fairer Umgang mit Mitarbeitern und Geschäftspartnern. Das Poten-zial jedes einzelnen Mitarbeiters zu heben und für die Gesamtorganisation nutzbar zu machen ist eine große Verantwortung und Herausforderung, wenn es gelingt, aber auch ein riesiger persönlicher Erfolg.